Albstadt. Nach der verheerenden Explosion eines Wohnhauses in Albstadt versuchen Experten, Hinweise auf eine Ursache für das Unglück mit drei Toten zu finden. Kriminaltechniker und die Spurensicherung waren am Ort, teilte die Polizei mit. Geprüft wird unter anderem, ob die Explosion durch einen Gasaustritt ausgelöst wurde. Es sei aber mit einem Ergebnis im Laufe des Tages eher nicht zu rechnen, hieß es weiter.
Fassungslosigkeit in der Nachbarschaft
Im betroffenen Ortsteil Tailfingen herrschte einen Tag nach dem Unglück noch eine Schockstarre. «Die Ereignisse haben uns tief betroffen und fassungslos zurückgelassen», teilte die Freiwillige Feuerwehr nach der Explosion mit. Die Einsatzkräfte hätten beim Abtragen des Hauses stets gehofft, einen Hohlraum zu finden, in dem die Familie Schutz gefunden haben könnte - erfolglos. «Wir haben den Wettlauf mit der Zeit verloren», sagte Stadtbrandmeister Thomas Daus dem SWR.
Theologen und Seelsorger standen für die Anwohner zur Verfügung. Bei einer Spendenaktion für die Opfer kamen bislang bereits mehr als 60.000 Euro zusammen. Mit dem Geld soll unter anderem die Bestattung der Familie finanziert werden. «Dieses unfassbare Unglück hat nicht nur drei Leben ausgelöscht, sondern auch Angehörige, Freunde und eine ganze Gemeinschaft tief erschüttert», heißt es im Text zur Aktion. «In dieser schweren Zeit möchten wir zusammenstehen und helfen.»
Auch Nachbargebäude beschädigt
Bei dem Einsturz des Wohnhauses war am frühen Donnerstagmorgen eine dreiköpfige junge Familie ums Leben gekommen. Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU) hatte von einer Gasexplosion gesprochen und betont, es gebe keinen Anlass zur Befürchtung weiterer Explosionen.
Fast alle Bewohner der umliegenden und ebenfalls beschädigten Nachbargebäude sind nach Angaben der Stadt inzwischen in ihre Häuser zurückgekehrt. Handwerker und Gutachter seien im Einsatz, um Schäden zu erfassen und zu beseitigen. Zwischenzeitlich waren laut Stadt zwischen 20 und 30 Anwohner in einer Notunterkunft betreut worden. Ein älteres Ehepaar wurde demnach in einem Hotel untergebracht, weil zunächst die Statik seines Hauses untersucht werden soll.
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