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Leidenschaft und Herzschmerz
Welche Erfahrungen Sänger Max Mutzke mit KI gemacht hat

Max Mutzke
Sänger Max Mutzke glaubt an eine Renaissance von Jazzclubs. (Archivbild) Foto: Philipp von Ditfurth
Max Mutzke erstellte Demotapes schon mit KI – und fand sie sogar perfekt. Warum der Ex-ESC-Teilnehmer trotzdem auf selbstgemachte Musik schwört und kleine Jazzclubs für die Zukunft wichtig findet.

Tübingen. Sänger Max Mutzke («Can't wait until tonight») hat bei der Musikproduktion schon vor Künstlicher Intelligenz (KI) kapituliert. «Vor wenigen Wochen habe ich erlebt, dass eine KI-Demo so perfekt klang, dass ich meine eigene Version später schlechter fand - einfach, weil ich die KI-Version zuerst gehört hatte», sagte der 45-Jährige aus dem Südschwarzwald der «Südwest Presse», anlässlich der aktuell laufenden Tübinger Schlosshofkonzerte.

Seine Konsequenz: «Seitdem bitte ich Songwriter, mir nur noch ganz einfache Demos zu schicken. Nur mit Klavier oder akustischer Gitarre und einer möglichst neutralen Stimme», sagte Mutzke. «Grundsätzlich nehmen wir aber alles immer selbst auf und produzieren die Songs komplett ohne KI.»

Renaissance der Jazzclubs?

Dass immer mehr Musik mit Hilfe von KI erzeigt wird, findet Mutzke in vielerlei Hinsicht ganz schrecklich, wie er sagte: «Weil ich weiß, was für Arbeit hinter dem Musikmachen steckt.» Viele Menschen seien mit Leidenschaft und Herzschmerz daran beteiligt. Sie schrieben Songs, spielten Instrumente ein, diskutierten Ideen und entwickelten Stücke weiter.

Er glaube aber an eine Gegenbewegung, sagte Mutzke der Zeitung weiter. «So wie viele Menschen irgendwann wieder auf den Wochenmarkt gegangen sind, statt nur noch das billigste Essen im Supermarkt zu kaufen, werden sich auch wieder mehr Leute nach echter Livemusik sehnen.» Gerade kleine Konzerte und Jazzclubs werden nach seiner Einschätzung zurückkommen.

© dpa-infocom, dpa:260729-930-456218/1