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Vor dem Parteitag
Wer führt künftig die SPD in Baden-Württemberg?

SPD in Baden-Württemberg
Die SPD sucht nach der Wahlschlappe eine neue Spitze. (Archivbild) Foto: Katharina Kausche
Die SPD steckt in der Krise - und sucht nach dem Wahldebakel eine neue Führung, um aus dieser Krise zu kommen. Nun wird das Ergebnis des Mitgliederentscheids zum Landesvorsitz bekanntgegeben.

Stuttgart. Wie stellt sich die SPD nach der verheerenden Wahlschlappe bei der Landtagswahl im März neu auf? Der Dienstag könnte die große Entscheidung bringen: Denn nach der Mitgliederbefragung zur neuen Landesspitze sind die Stimmzettel bereits alle ausgezählt - nun soll das Ergebnis verkündet werden. 

Es könnte spannend werden, nach dem Landesvorsitz greifen gleich vier Parteimitglieder: Nicht nur die Landtagsabgeordnete Dorothea Kliche-Behnke will die Sozialdemokraten im Land künftig führen. Sie ist seit 2021 Abgeordnete im Landtag und vertritt dort den Wahlkreis Tübingen. Sie ist seit 2018 bereits stellvertretende Landesvorsitzende. 

Duo und Einzelkämpfer

Auch die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori tritt an, gemeinsam mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Robin Mesarosch aus Sigmaringen. Mesarosch ist erst 35 Jahre alt und hat auf Instagram eine große Reichweite. Dort folgen ihm derzeit 129.000 Follower - mehr als den Parteichefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas. Kurz nach der Landtagswahl hatte Mesarosch mit einer Wutrede auf seinem Kanal für Aufsehen gesorgt. 

Auch der Gomaringer Ortsvereinsvorsitzende Carsten Lotz hat seinen Hut in den Ring geworfen - er gilt aber als Außenseiter.

Bei der Landtagswahl kam die SPD nur auf 5,5 Prozent der Stimmen - und fuhr damit das schlechteste Wahlergebnis jemals im Südwesten ein. Spitzenkandidat Andreas Stoch hatte noch am Wahlabend seinen Rückzug als Partei- und Fraktionschef angekündigt. An der Fraktionsspitze folgte ihm der bisherige Generalsekretär Sascha Binder nach. 

Der Parteitag hat das letzte Wort

Es ist unklar, wer das Rennen im Kampf um den Parteivorsitz macht. Das erforderliche Quorum von 20 Prozent der rund 30.000 Mitglieder habe man erreicht, sagte eine Sprecherin des Landesverbands. Das Ergebnis der Mitgliederbefragung ist politisch bindend, formal aber noch nicht die endgültige Wahl der Landesspitze. Über die Nachfolge sollen die Genossinnen und Genossen bei einem Parteitag am Freitag und Samstag in Ulm entscheiden. 

Erreicht einer der Bewerber bei der Mitgliederbefragung aber die absolute Mehrheit, dann will der Landesvorstand dem Parteitag diejenige Kandidatin oder denjenigen Kandidaten zur Wahl vorschlagen. Die vier Bewerber haben im Vorfeld zugesagt, dass sie dann im Falle einer Niederlage auf dem Parteitag nicht mehr antreten werden. Erreicht aber keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, sind etwa Kliche-Behnke und das Bewerber-Duo in etwa gleichauf, könnte es auf dem Parteitag spannend werden und zum Showdown kommen, heißt es in Parteikreisen.

© dpa-infocom, dpa:260616-930-228867/1