Rastatt. Wegen der Belastung mit der Ewigkeitschemikalie PFAS warnt das Landratsamt Rastatt davor, kleine Kinder im Baggersee Weitenung bei Bühl uneingeschränkt baden zu lassen. Kinder, die um die zehn Kilogramm wiegen und damit üblicherweise zwischen 14 und 18 Monate alt seien, sollten nur etwa 50 Badetage im Jahr dort baden, empfiehlt die Behörde. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.
Laut Mitteilung des Landratsamtes waren leicht erhöhte Werte im Rahmen des alljährlichen PFAS-Oberflächengewässermonitorings entdeckt worden. Dabei seien zahlreiche Fließgewässer, Seen sowie ausgewiesene Badegewässer im Landkreis auf PFAS untersucht worden. «Anhand der Ergebnisse aus den vergangenen Jahren wurde insbesondere an der Messstelle des Baggersees Weitenung ein ansteigender Trend der PFAS-Gehalte im Badegewässer festgestellt», heißt es darin.
Behörde: Keine PFAS-Grenzwerte für Badeseen auf Bundesebene
Für das Baden in Seen gebe es derzeit auf Bundesebene keine gesetzlichen Grenzwerte, so die Behörde weiter. Ob noch andere Badegewässer im Südwesten kritische PFAS-Werte aufweisen, blieb zunächst unklar.
In Mittelbaden belastet das Umweltgift seit Jahren Grundwasser und Ackerland. Als Ursache wird die Verschmutzung von Feldern mit Kompost angenommen, der mutmaßlich mit PFAS-belasteten Papierschlämmen versetzt war. In der Region sind mittlerweile rund 1.100 Hektar Boden und auch das Grundwasser mit PFAS belastet. Auch Flächen in Nordbaden bei Mannheim sind betroffen.
PFAS steht für Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Diese langlebigen Chemikalien werden wegen ihrer wasserabweisenden und fettabweisenden Eigenschaften geschätzt und sind weit verbreitet in Produkten jeglicher Art. Sie sind sehr schwer abbaubar und gelangen über das Abwasser, das Grundwasser, Löschschaum oder auch kontaminierte Böden in Flüssen und Seen, wie das Umweltbundesamt schreibt.
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