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Unterwegs zwischen Raum und Zeit

Hermann-Haake-Stiftung mit ihrem Veranstaltungszyklus wieder im Schloss zu Gast

Weltweit unterwegs: Das Notos Quartett spielt am 19. September im Schlosstheater die 3. Sinfonie von Johannes Brahms.Foto: Uwe Arens
Weltweit unterwegs: Das Notos Quartett spielt am 19. September im Schlosstheater die 3. Sinfonie von Johannes Brahms. Foto: Uwe Arens

Ludwigsburg. Seit 2005 veranstaltet die Stuttgarter Hermann-Haake-Stiftung im Residenzschloss Ludwigsburg ihr kleines literarisch-musikalisches Frühherbst-Festival mit förderungswürdigen Künstlerinnen und Künstlern. Auch in diesem Jahr – vom 19. bis 22. September – hat die künstlerische Leiterin Freia Fischer wieder ein attraktives Programm abseits des Mainstream zusammengestellt: „Unterwegs – in Raum, Zeit und Gesellschaft“ lautet das Thema des diesjährigen Veranstaltungszyklus. Das Eröffnungskonzert unter dem Titel „Ein Märchen aus alten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn“ kombiniert Lieder nach Texten von Heinrich Heine, vertont von Schubert, Schumann, Mendelssohn und Liszt, mit Werken für Klavierquartett. Die Sopranistin Paula Jeckstadt und der Bariton Johannes Fritsche – beide sind Master-Studierende an der Stuttgarter Musikhochschule und haben sich seit Jahren solistisch und in Opernaufführungen profiliert – werden begleitet vom international renommierten Pianisten Robert Bärwald.

Das Notos Quartett konzertiert weltweit und war in den vergangenen Jahren schon mehrfach beim Haake-Festival zu hören: 2017 wurde es auch dadurch bekannt, dass es seinen Echo-Klassik-Preis aus Protest gegen die wegen menschenverachtenden Texten umstrittene Echo-Pop-Verleihung an die Rapper Farid Bang und Kollegah wieder zurückgab. Sindri Lederer (Violine), Andrea Burger (Viola), Philip Graham (Cello) und Antonia Köster (Klavier) spielen am 19. September im Schlosstheater die 3. Sinfonie von Johannes Brahms in einer für das Notos Quartett arrangierten Bearbeitung sowie das Klavierquartett Es-Dur von Antonin Dvorák.

Buchstäblich unterwegs ist man am folgenden Abend zwischen Schlosstheater und Gardesaal bei „On the Road“: Eingeführt vom Solo-Fagottisten Johannes Schwarz vom Ensemble Modern, machen sich fünf Musiker und ein Rezitator jenseits tradierter Pfade von Kammermusikabenden auf die Reise in ferne Welten und die eigene Seele. Von Andreas Gryphius bis Jack Kerouac werden Texte über das Streben nach innerer und äußerer Freiheit von Rudolf Guckelsberger rezitiert. Das Broken Frames Syndicate interpretiert mit Flöte, Klarinette, Violine, Schlagwerk und Klavier Stücke vom Barock und Schuberts „Winterreise“ bis zu Mauricio Kagel und der Avantgarde. „Wie klingt Kandinsky?“ heißt es danach in einer Synthese von bildender Kunst und Musik mit dem Geiger William Overcash und dem Klarinettisten Moritz Schneidewendt. Die beiden Musiker haben ihre Performance zu großformatigen Kandinsky-Gemälden zum Bauhaus-Jubiläum in diesem Frühjahr in Dessau zur Uraufführung gebracht, nun wird sie im Gardesaal wiederholt.

„Wandernde Erzähler“ und die „Entführung aus dem Serail“ sind am Samstag im Schlosstheater zusammengekoppelt. Das 2018 bei der Rising Stars Grand Prix International Music Competition in Berlin preisgekrönte Lied-Duo Konstantin Krimmel (Bariton) und Doriana Tchakarova (Klavier) musiziert Lieder von Schubert, Loewe, Vaughan Williams und Hugo Wolf, der erst 20-jährige Pianist Sebastian Fuß spielt die „Wanderer-Fantasie“ von Franz Schubert und Etüden von Alexander Skrjabin, und Bernard Epstein präsentiert mit Mozarts „Entführung“ einen seiner beliebten, humorvoll kommentierten Opernquerschnitte mit Mitgliedern der Opernschule der HMDK Stuttgart.

Bei der Sonntags-Matinee im Bacchuszimmer gibt es zum 75. Geburtstag des Reutlinger Komponisten Veit Erdmann-Abele Uraufführungen eigener Werke für Flöte und Percussion, und unter der Regie von Michael Speer gestalten Studierende der Musikhochschule eine Lyrik-Performance mit Texten vom Sturm und Drang bis zur Gegenwart über das Reisen und Unterwegssein.

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