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30 Schüler stellen Projekte vor

Rotary Club Ludwigsburg Alt Württemberg verleiht zum siebten Mal Förderpreise an Werkrealschüler

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Mit Preisen und Urkunden zeichnete der Rotary Club Projektarbeiten von Werkrealschülern aus. Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Wenn die Jurymitglieder des Rotary Clubs Ludwigsburg Alt Württemberg unterwegs sind, um Förderpreise für besonders gelungene Projekte an Werkrealschulen zu vergeben, dann können sie etwas erleben und sogar ein wenig dazulernen. So verwandelte sich ein Klassenzimmer in einen Laufsteg, auf dem Schülerinnen Mode aus vier Jahrzehnten präsentierten. Es drehte sich um die Sonnenfinsternis, das Kajakfahren auf einem Wildgewässer und die noch recht junge Trainingsform Bodycross. Besonders beeindruckt waren die Juroren von dem Praxistest in Sachen Behindertenfreundlichkeit, den Schüler der Hirschbergschule durchgeführt haben.

Preis für Hirschbergschule

Zum mittlerweile siebten Mal haben die Rotarier diesen Förderpreis vergeben, mit dem sie die Leistung von Werkrealschülern in den Fokus rücken wollen. 30 Schüler von fünf Schulen hatten sich um einen der begehrten Preise beworben. Der Rotary Club vergab Preisgelder in Höhe von 1650 Euro.

Für Rotary-Präsidentin Patricia Schüle handelt es sich bei der Preisverleihung, die traditionell im Württemberger Hof stattfindet, um den Mittelpunkt des Rotary-Jahres. „Ihr könnt etwas, das habt Ihr gezeigt“, ermunterte sie zum Weitermachen. „Schule und Lernen sind viel mehr als nur Unterricht, sondern bereiten auf das Berufsleben vor“, betonte Elke Schnaithmann vom Staatlichen Schulamt.

Die Schüler haben die Projekte im Rahmen ihrer Abschlusspräsentation erarbeitet und der Jury vorgestellt. Deren Mitglieder Alexandra Bayer, Barbara Weber-Carstanjen, Claus Hürttlen und Patricia Schürle stellten die einzelnen Projekte vor. Ajla Halimi, Anila Mehmeti, Masar Murseli und Enes Öztürk von der Hirschbergschule hatten ihre Mitschüler mit Hilfe spezieller Brillen und Rollstühlen nahe gebracht, wie es sich anfühlt, schlecht oder sogar gar nicht sehen zu können und in seiner Mobilität beeinträchtigt zu sein. Sie waren sogar mit Rollstühlen durch Ludwigsburg gefahren und hatten dabei ihre Grenzen erfahren, im wahrsten Sinne des Wortes. Dass sie der Stadtverwaltung mitteilen wollen, an welchen Stellen es hapert, hatte die Juroren besonders beeindruckt. Dafür gab es den ersten Preis und 400 Euro Preisgeld.

„Wir waren beeindruckt, wie einfühlsam das schwer zugängliche Thema Magersucht aufgearbeitet worden ist“, würdigte Alexandra Bayer die Leistung der Zweitplatzierten, die sich über 300 Euro freuen durften. Albulena Berisha, Ilgaz Durak und Nicole Hartmann von der Justinus-Kerner-Schule hatten sich mit der Magersucht beschäftigt und sogar in Rollenspielen gezeigt, mit welchen Ausreden Betroffene sich vor dem Essen drücken.

Einblicke in die türkische Küche, ihre Wurzeln und Vielfalt der Gewürze hatten Mertan Göker, Lemar Khaibari, Özlem Sahan und Sena Yazi von der Hanfbachschule in Möglingen ermöglicht. Dafür gab es den mit 200 Euro dotierten dritten Platz. Und weil es bei dieser Veranstaltung des Rotary Clubs nur Gewinner und keine Verlierer gibt, wurden viele Anerkennungspreise verliehen. Der mit 750 Euro dotierte Schulpreis ging an die Hirschbergschule. Für tolle Stimmung sorgte die Gesangseinlage von Simone Kalmbach.

Seigfried lobt diese Aktion

„Das ist eine ganz besondere Aktion“, zeigte sich der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried beeindruckt. „Jeder Schulabschluss verfügt über seinen eigenen Wert“, wies er darauf hin, dass der Ruf des Handwerks nach qualifiziertem Nachwuchs groß sei. Gerne werde er die von Schülern erarbeiteten Handlungsempfehlungen in Sachen Behindertenfreundlichkeit mitnehmen. Auch das Angebot der Fotogruppe, der Oststadtschule I Aufnahmen von den schönsten Orten der Stadt zur Verfügung stellen zu wollen, nahm Seigfried gerne an.