Ludwigsburg | 27. Juli 2018

Bracher-Schule macht Klassenzimmer zu Zukunftswerkstatt

Energiegewinnung auf der Tanzfläche, staubsaugende Roboter und fliegende Paketzusteller: Mint-Berufe stellen sich vor – Auch Verkehrssicherheit ist Thema

In die Welt der Mint-Berufe führten Carolin Birk (links) und Cathrin Brinkmann die Elftklässler der Erich-Bracher-Schule ein. Foto: Oliver Bürkle.
In die Welt der Mint-Berufe führten Carolin Birk (links) und Cathrin Brinkmann die Elftklässler der Erich-Bracher-Schule ein. Foto: Oliver Bürkle.

Einen Ausflug in die weite Welt der Mint-Berufe haben Schüler des Berufskollegs Wirtschaftsinformatik an der Erich-Bracher-Schule einen Tag vor Beginn der Sommerferien unternommen. Für diesen Beitrag zur Berufsorientierung kamen zwei Mitarbeiterinnen von Coaching4future in die Schule.

 

Mitgebracht hatten sie jede Menge Wissen zu Berufen im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich sowie anschauliche Präsentationen. Sie konzentrierten sich vor allem auf Studienberufe. Bei Coaching4future handelt es sich um eine gemeinsame Initiative der Baden-Württemberg-Stiftung, der Südwestmetall und der Agentur für Arbeit.

 

Cathrin Brinkmann ist Biologin, ihre Kollegin Carolin Birk hat Umwelttechnik studiert. Bei einer Präsentation haben sie den Schülern der Klasse elf, die im nächsten Jahr die Schule mit der Fachhochschulreife verlassen wollen, einen Überblick über Berufe in Naturwissenschaften und Technik gegeben. Aus insgesamt sechs Feldern wie Mobilität der Zukunft, Wohnen, Arbeiten, Menschen helfen, Lifestyle/Leben und Welt retten durften die jungen Frauen und Männer sich die Themen aussuchen, für die sie sich besonders interessieren. Es blieb jedoch nicht bei der Theorie, sondern ging um ganz konkrete Handlungsfelder.

 

„Wir wollen den Bogen zur Praxis schlagen“, betonte Cathrin Brinkmann. Ein schönes Beispiel war die Beschäftigung mit der Frage, welches Dilemma beim Einsatz eines Saugroboters in einem Haushalt entstehen kann, in dem ein Hundewelpe lebt.

 

Nein, der Roboter stellt keine Gefahr für das Tierbaby dar, wie einige Schüler vermuteten. Eine unangenehme Überraschung kann der Besitzer jedoch erleben, wenn der Saugroboter die Hinterlassenschaft als normalen Schmutz einstuft und mit seinen Bürsten in der ganzen Wohnung verteilt. Geruchs- oder Feuchtigkeitssensoren könnten eine Lösung sein, schlugen die Schüler vor. Bei der Suche nach einer Lösung sind die Ingenieure und Informatiker gefordert.

 

Auch Ethik ist Thema

 

Um die Welt nachhaltig zu verbessern, sollte die Energie effizienter erzeugt werden. So unwahrscheinlich es auch klingt: Kinetische Energie lässt sich sogar beim Tanzen produzieren, verwiesen die Expertinnen auf die Konstruktion einer entsprechenden Tanzfläche. An solchen Innovationen arbeiten Umweltingenieure.

 

Noch gehören Drohnen, die Pakete ausliefern, nicht zum Alltag. Bei der Entwicklung praxistauglicher Lösungen sind Ingenieure aus dem Bereich Luft- und Raumfahrttechnik gefordert. Auch die Frage, wie die Mobilität der Zukunft aussehen kann, beschäftigte die Schüler.

 

„Uns ist es auch wichtig, das Thema Ethik in die Veranstaltungen einfließen zu lassen“, sagte Cathrin Brinkmann mit Blick auf das autonome Fahren. Wie entscheidet künstliche Intelligenz, wenn es um die Frage geht, einer Frau mit Kinderwagen oder einem älteren Menschen mit Rollator auszuweichen?

 

Dann waren die Schüler am Zug: Ihre Aufgabe bestand darin, aus mehreren mit verschiedenen Sensoren ausgestatteten Würfeln einen Roboter zu bauen, der auf einer Holzplatte einer schwarzen Linie entlang fährt. „Wir mussten schon etwas tüfteln“, erzählt ein Schüler. Alle Roboter zogen schließlich ihre Kreise.

 

Weil sich das Angebot an der Erich-Bracher-Schule nicht nur auf die berufliche Zukunft bezieht, hat dort gestern an mehreren Stationen die Verkehrssicherheit im Mittelpunkt gestanden. Der Bedarf ist groß: „Viele Schüler kommen aufgrund der schlechten ÖPNV-Anbindung mit dem Auto zur Schule“, sagte Andreas Krämer, der diese Veranstaltung seitens der Schule vorbereitet hatte.

Marion Blum
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