Jugendmusikschule
25. Oktober 2018

Dem Casting folgt die Stimmbildung

Gesangstalente im Alter von fünf bis zehn Jahren kamen zum Casting für ein Stipendium der Matthias-Wissmann-Stiftung

Elli und Minu zeigen Gesangslehrerin Leonie Zehle, was sie können.Foto: Oliver Bürkle
Elli und Minu zeigen Gesangslehrerin Leonie Zehle, was sie können.Foto: Oliver Bürkle

Die sechs Jahre alte Ruby und die nur wenige Jahre ältere Anna-Maria sind echte Naturtalente: Beim Casting für die SingSchule der Ludwigsburger Jugendmusikschule haben die beiden Mädchen Gesangslehrerin Leonie Zehle auf Anhieb begeistert. „Wow, Ihr singt beide sehr gut“, lobte sie die Mädchen, nachdem sie mit ihnen einige Gesangsübungen absolviert hatte. Am Klavier stimmte die Musiklehrerin Tonleitern und Melodien an, zu denen langgezogene Silben wie „sosososo“ gesungen wurden, wobei der Mund zu einem runden O geformt wurde. „Stellt Euch vor, Ihr kommt in Euer Zimmer und dort liegt ein großer Berg Schokoloade“, leitete die Pädagogin eine weitere Übung mit begeisterten Oh-Rufen ein. Hier wechselten Ruby und Anna-Maria mühelos in die Staunstimme, sprich Kopfstimme.

 

„Wir werden immer größer, jeden Tag ein Stück. Wir werden immer größer, das ist ein Glück“, übte Leonie Zehlke mit den beiden Mädchen in nur kurzer Zeit ein Lied und war mit dem Ergebnis ebenso zufrieden wie deren Eltern, die bei dem Casting dabei waren. „Cool“, lautete der Kommentar von Ruby und Anna-Maria. Sie haben gute Chancen, in die SingSchule der Jugendmusikschule aufgenommen zu werden. Dort erhalten seit März junge Gesangstalente im Alter von fünf bis zehn Jahren beim wöchentlichen Gesangsunterricht in kleinen Gruppen eine qualifizierte Stimmausbildung. Gefördert wird dieses Vorhaben von der Matthias-Wissmann-Stiftung, mit der der frühere Bundesverkehrsminister und Präsident der Deutschen Automobilindustrie musisch begabte Kinder in seiner Heimatstadt unterstützen will. Die Stiftung übernimmt nämlich die Kosten für deren Gesangsausbildung. Das Angebot richtet sich an Familien, die sich diesen Unterricht ihrer Kinder nicht so ohne Weiteres leisten können. Neun Kinder, darunter drei Jungen, haben an dem Casting an der Jugendmusikschule teilgenommen. „Wir haben gemerkt, dass viele Kinder sich für das Singen interessieren“, sagte Christiane Schützer, Leiterin der Jugendmusikschule, die selbst über eine Gesangsausbildung verfügt. „Beim Singen kann man sich ohne Umwege und ohne Instrument ausdrücken“, so die Expertin. Zudem verfügen Kinder noch zu einem ganz unmittelbaren Zugang zu ihrer Stimme. „Singen ist ein tolles Hobby, weil es ganz nah an der eigenen Person ist“, macht Schützer aus ihrer Begeisterung für das Instrument Stimme keinen Hehl. Gefördert wird diese Begeisterung ihrer Meinung nach durch das Singen in einer Gruppe. Und all das bietet die SingSchule. Die zwölf Kinder, die Leonie Zehlke unterrichtet, haben bereits bei einem Auftritt begeistert. „Wir wollen dieses Angebot weiter ausbauen. In der SingSchule sollen Kinder professionell angeleitet werden und eine gute Stimmbildung erhalten“, so Schützer. Deshalb ist sie für die Förderung durch die Matthias-Wissmann-Stiftung sehr dankbar. Ruby und Anna-Lena bringen jedenfalls beste Voraussetzungen für ein Stipendium mit. Leonie Zehlke bescheinigte ihnen eine große Portion Begeisterung, die Fähigkeit, den richtigen Ton zu treffen, und gute Stimme. „Heute sind viele begabte Kinder hier“, sie ist mit der Resonanz zufrieden.

Marion Blum
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