Ludwigsburg | 13. Juni 2018

Die freudig strahlenden Kinderaugen sind das Schönste

Die Freibergerin Jutta Ulbrich-Kapfer ist als Kinderschminkerin viel auf Achse – In wenigen Minuten malt sie Mädchen und Jungen farbenprächtige Motive ins Gesicht

Kinderschminkerin Jutta Ulbrich-Kapfer aus Freiberg verwandelt Jerry in wenigen Minuten in ein Monster. Foto: Holm Wolschendorf
Kinderschminkerin Jutta Ulbrich-Kapfer aus Freiberg verwandelt Jerry in wenigen Minuten in ein Monster. Foto: Holm Wolschendorf

Jutta Ulbrich-Kapfer aus Freiberg zaubert mit Farbe, Pinsel und Schwämmchen minutenschnell fantastische Antlitze. In erster Linie schminkt sie Kinder, doch auch Erwachsene schätzen die Maskerade.

„Ich möchte das blaue Monster sein“, wünscht sich Jerry und zeigt auf eines der Fotos, die gerahmt auf dem langen Schminktisch stehen, den Jutta Ulbrich-Kapfer aufgebaut hat. Auf seine Verwandlung muss der Sechsjährige nicht lange warten. Innerhalb von wenigen Minuten verwandelt sich das Gesicht des Jungen in ein Monster mit Glitzerschuppen und Reißzähnen. Ein abschließender Blick in den Spiegel lässt Jerry strahlen – die übliche Reaktion von Ulbrich-Kapfers Kundschaft. Als Kinderschminkerin sorgt sie auf Straßenfesten, Firmenveranstaltungen und Messen für fantastische Antlitze und glückliche Kinder. Ob farbenprächtiger Paradiesvogel, gruselige Vampire, süße Kätzchen oder fantastische Fabelwesen: Mit Farbe, Pinseln und Schwämmchen setzt sie jeden Wunsch um.

Angefangen hat alles vor 15 Jahren. Bei einem Fest beobachtete die Freibergerin den Kinderschminkstand und beschloss, sich selbst in dieser Kunst zu probieren. Die schon immer kreative Frau absolvierte einen Schminkkurs und übte außerdem an Tochter Sandra – mit tollen Ergebnissen. Da sie nach 13 Jahren Familienpause keine Chance hatte, in ihren alten Beruf als Reiseverkehrskauffrau zurückzukehren, wagte sie einen Neuanfang. Statt Reisen nach Ägypten, Kanada oder Sylt zu vermitteln, wollte sie künftig Kinder in Pharaonen, Bären oder Möwen verwandeln.

Zuerst bot sie ihre Schminkdienste auf dem Freiberger Flohmarkt an. Doch schon bald wurde Ulbrich-Kapfer, die sich mit der Gründung der Firma „happy faces“ professionell aufgestellt hat, auch für Straßenfeste, Kindergeburtstage und Firmenevents gebucht. Durch Mund-zu-MundPropaganda kamen immer mehr Aufträge dazu. Wichtig ist ihr von Anfang an nicht nur ihr eigener Stil, sondern auch eine einheitliche Qualität. Ihr fünfköpfiges Team hat die gleiche Handschrift, auch wenn jede Mitarbeiterin ihren eigenen Strich hat.

„Vor allem in der warmen Jahreszeit bin ich jedes Wochenende ausgebucht“, sagt die 56-Jährige, die bei mehreren Kinderschmink-Wettbewerben erfolgreich abgeschnitten hat. Aber auch werktags hat sie längst zahlreiche Aufträge, zum Beispiel bei Firmeneröffnungen, Veranstaltungen von Einkaufscentern oder Messen. Das gilt auch in der kalten Jahreszeit, die früher sehr auftragsarm war. Die meisten Buchungen bekommt sie aus dem Großraum Stuttgart, so dass sie abends wieder zu Hause ist. Doch manchmal hat sie auch mehrtägige Aufträge in weiter entfernten Städten und übernachtet im Hotel.

Im Gepäck hat Ulbrich-Kapfer rund 30 Töpfe mit zertifizierten Farben, 60 Pinsel sowie Schwämmchen, Schablonen und natürlich einen Spiegel. „In den vergangenen 15 Jahren hat sich beim Facepainting sehr viel getan“, sagt sie und zeigt ein Töpfchen mit changierenden Farben, die Farbübergänge mit einem Strich ermöglichen, aber auch viel Übung verlangen.

Zwar hat sie auch immer einige Fotos als Anregung im Gepäck, doch möchte sie vor allem die eigenen Wünsche der Kinder umsetzen. Gelegentlich gehören auch Erwachsene zu ihrer Kundschaft, gerade während der anstehenden Fußballweltmeisterschaft wird sie kleine und große Fans mit den entsprechenden Nationalfarben kunstvoll schminken. Vorsichtshalber hat sie sich einen Spickzettel mit den Flaggen der teilnehmenden Länder ausgedruckt.

Etwa drei bis fünf Minuten benötigt sie pro Person. Wie viele Gesichter sie im Laufe der vergangenen 15 Jahre schon geschminkt hat, kann sie nicht sagen, aber es sind auf jeden Fall mehrere Zehntausend. Mit ihrem Beruf ist Jutta Ulbrich-Kapfer sehr zufrieden. „Das freudige Strahlen der Kinderaugen ist einfach schön“, freut sie sich über fortlaufend positive Resonanz. „Und unterwegs bin ich meistens dann, wenn die Straßen frei sind.“ Dass sie jedes Wochenende arbeitet, findet sie nicht schlimm. „Da das Kinderprogramm in der Regel am späten Nachmittag endet, bin ich abends wieder zu Hause und kann zum Beispiel Einladungen am Abend annehmen.“

Beate Volmari
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