Ludwigsburg | 04. April 2018

Liebe, saukomisch und hintergründig

Mit seinem Programm „Liebe Dich! Oder du kannst mich mal gern haben!“ gastierte der schwäbische Kabarettist Klaus Birk auf Einladung der Freien Wähler.

Klaus Birk. Foto: Rebstock
Klaus Birk. Foto: Rebstock

Ein einsamer Barhocker steht in der Mitte der Bühne, als Klaus Birk sie betritt und erst einmal sein Mikrofon überreden muss, denn es funktioniert nicht. Diesen technischen Fehler kaschiert er so gekonnt und humorvoll, dass man hinterher unsicher ist, ob es nicht doch genauso geplant war. Charmant plaudert er mit dem Publikum, möchte gern wissen, wie viele Einwohner Hemmingen hat. Seinen inzwischen legendären roten Schal mit dem VfB-Logo trägt er erneut stolz vor der Brust, erinnert an ergreifende Fußballmomente und erklärt anschließend mit ernster Miene, dass dem Schwaben für Freude die Muskulatur fehle. Überhaupt sei auch das ein grundlegendes Problem der Schwaben: Man hat’s, aber man zeigt’s nicht. Ob Tiefbahnhof oder Schönheit, es sei mehr innen beziehungsweise eben unterirdisch. Unzählige Lacher aus dem Publikum begleiten Klaus Birk von Anfang an.

 

Der Kabarettist karikiert in dem zweieinhalbstündigen kurzweiligen Programm den Schwaben an sich. Er fragt sich, warum die Deutschen immer weniger Kinder bekommen, widmet sich Zwischenmenschlichem sowie dem ewigen Themenkomplex Mann und Frau. Klischeebeladen und doch saukomisch referiert er zur großen Liebe, hinterfragt die Kommunikationsprobleme zwischen den Geschlechtern. Und Klaus Birk gibt offen und schmunzelnd zu, dass er so seine Schwierigkeiten mit Descartes berühmten Ausspruch „Ich denke, also bin ich“ hat, denn er treffe doch oft auf Menschen, die einfach blöd sind und trotzdem munter herumlaufen.

 

Auch nach der Pause kommt das Publikum aus dem Lachen nicht mehr heraus, wenn Birk vergnüglich in bizarren Alltagssituationen wühlt. Gern sucht er dabei den direkten Dialog, fragt die Männer, ob sie ebenfalls schon mal so eine kleine schwarze Plastikfliege in einem Urinal gesehen haben. Überhaupt wollen Männer Helden sein, konstatiert Klaus Birk weiter und daher wollen sie Probleme stets finden und lösen. Wo also ein Mann sei, da sei auch immer ein Problem in der Nähe.

 

Klaus Birks Themen sind vielfältig. Er referiert über Abschreckungsgeschenke zu Weihnachten, was die Ehefrau wirklich meine, wenn sie sich nix wünsche, spricht über Licht und Schatten in einer langjährigen Beziehung. Viele der eher älteren Zuschauer werden sich da in vielen Punkten wiedererkannt haben.

 

Entsprechend groß der Applaus am Ende. Zwei lange Zugaben schenkt Klaus Birk noch seinen Fans. Und erklärt dabei auch die „Arschlochresonanz“: Wenn man selber eins sei, dann treffe man eben auch immer wieder auf welche in der Nachbarschaft.

Helga Spannhake
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