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Ab wann fliegen die Medikamenten-Drohnen?

Flugdrohnen sind neu im Gespräch, um Distanzen zwischen Klinikstandorten schneller überwinden zu können – zum Wohl der Patienten. Schon nächstes Jahr könnten die ersten davon starten.

Solche Fluggeräte sollen möglicherweise schon bald auf drei Strecken zwischen den Klinikstandorten eingesetzt werden. Archivfoto: Andreas Becker
Solche Fluggeräte sollen möglicherweise schon bald auf drei Strecken zwischen den Klinikstandorten eingesetzt werden. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Noch ist nicht entschieden, wo künftig der Landeplatz für den Rettungshubschrauber am Klinikum Ludwigsburg sein soll. Denkbar ist das Bettenhaus, wofür ein mächtiger Trägeraufbau benötigt würde, der weithin sichtbar ist, oder auf dem neuen Parkhaus in Richtung Harteneckstraße (wir berichteten).

Die Rettungsflüge, so notwendig sie sind, bekommen auch die Anwohner des Klinikums zu spüren. Der Lärm der Rotoren ist nicht zu überhören. Der bisherige Landeplatz soll verlegt werden. Doch während hierfür die Planungen noch laufen, kündigt sich ein kleiner Bruder der Hubschrauber an: eine Flugdrohne, die Medikamente, Laborproben oder Coronatests an Ort und Stelle bringen – und die möglicherweise auch vom Dach des Klinikums starten könnte.

Als bevorzugte Startrampen für Drohnen gelten Hubschrauberlandeplätze, hieß es bei der Präsentation des ersten Fliegers. Laut Klinikum-Sprecher Alexander Tsongas steht der genaue Standort der Fluggeräte noch nicht fest. Von wo aus die Drohnen starten werden, werde derzeit zusammen mit dem Partner German Copters DLS ausgearbeitet. Das Krankenhaus hofft indes, dass die Genehmigung rasch vorangeht und noch im zweiten oder dritten Quartal 2021 der Betrieb mit der Medikamenten-Drohne starten kann. Das Regierungspräsidium Stuttgart muss vorher den Weg dafür frei geben. Die Drohnen sollen in den Logistikprozess des Klinikums integriert werden, heißt es, mit ein bis zwei Flugdrohnen rechnet das Klinikum.

Noch in diesem Jahr werden drei Flugstrecken beim Regierungspräsidium beantragt, und zwar von Ludwigsburg aus an die Klinikstandorte Bruchsal, Mühlacker und Reutlingen. Bei einer Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern wären die Miniflieger in etwa einer halben Stunde an ihren Zielen.

Erst wenn alle Sicherheitskriterien geklärt seien, so der für das Klinikum zuständige Projektleiter Thorsten Schulz, „werden wir auf den Strecken in Flugbetrieb gehen“. Dies könne sofort für alle drei Strecken auf einmal passieren oder sukzessive jede Strecke für sich. „Die Einhaltung der Sicherheitskriterien innerhalb der jeweiligen Flugstrecken ist oberstes Gebot in diesem Projekt.“

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