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Die Freude klingt bei jeder Probe mit

Plötzlich war nichts mehr wie zuvor: Wie viele andere Einrichtungen musste auch die Jugendmusikschule im Kunstzentrum Karlskaserne im März aufgrund der Coronakrise schließen. Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen, blieb weder Lehrern noch Schülern. Doch der Lockdown öffnete auch neue Türen.

Können wieder gemeinsam proben: Die Schülerinnen Hannah und Theresa mit Susanne Vogelmann. Foto: Holm Wolschendorf
Können wieder gemeinsam proben: Die Schülerinnen Hannah und Theresa mit Susanne Vogelmann. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Der Klang verschiedener Instrumente hallt aus den offenen Fenstern des Kunstzentrums Karlskaserne. Im Innenhof werden die kleineren Schüler von ihren Eltern zum Unterricht gebracht oder abgeholt, viele Ältere kommen alleine mit dem Fahrrad. Alles scheint normal. Doch von Normalität war auch in der Jugendmusikschule Ludwigsburg lange Zeit keine Spur. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus blieben die Türen ab Mitte März geschlossen. Kein Präsenzunterricht, keine Konzerte und keine Wettbewerbe. Der Alltag, wie ihn die jungen Musiktalente bis dahin kannten, wurde auf den Kopf gestellt. Doch die Jugendmusikschule rund um die geschäftsführende Schulleiterin Christiane Schützer ließ sich nicht entmutigen – und entdeckte auf dem Weg aus dem Lockdown neue Wege, die in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen könnten.

„Wir haben den Instrumental- und Vokalunterricht mithilfe der digitalen Medien weitergeführt“, sagt Schützer im Gespräch mit unserer Zeitung. „Jeder Lehrer hat auf seine Art und Weise unterrichtet. Mal via Zoom, Skype oder FaceTime. Mal ganz klassisch mit dem Telefon über das Festnetz. Wir haben eigentlich durchweg positive Erfahrungen gemacht, auch wenn der Unterricht ganz anders war, als wir ihn bisher kannten.“ Inzwischen werden nahezu alle Unterrichtseinheiten wieder in den Räumen im Kunstzentrum Karlskaserne erteilt. Doch weil der digitale Unterricht bei einem Großteil so gut ankam, soll im kommenden Jahr eine Auswertung der Coronazeit stattfinden. „Eventuell können wir auch in Zukunft aus dieser Zeit etwas übernehmen. Klar ist aber, dass der Unterricht per Telefon oder Video den Präsenzunterricht niemals ganz ersetzen kann“, so Schützer.

Doch das volle Programm kann auch die Jugendmusikschule aktuell noch nicht wieder fahren. „Der Unterricht in den Kooperationen mit den Kindergärten und Schulen lässt weiter auf sich warten“, so Christiane Schützer. „Wir hoffen, dass nach den Sommerferien der Unterricht weiterhin vollumfänglich durchgeführt werden kann und ein Start in den Kooperationen näher rückt.“ In den Schulen würden bereits einzelne Instrumentalkurse vorbereitet werden, da man auf einen Start im Oktober hoffe. Anders sieht das bei den Kindergärten aus. „Der Unterricht in den Kindergärten ist voraussichtlich erst wieder im neuen Jahr möglich“, sagt die Schulleiterin.

Doch die Zwangspause habe nicht nur Nachteile mit sich gebracht. „Wir merken, dass viele Schüler in den vergangenen Monaten deutlich mehr Zeit zum Üben gefunden und sich verstärkt mit ihrem Instrument beschäftigt haben“, so Schützer. Und auch wenn Veranstaltungen und Aktionen wie beispielsweise der Tag der offenen Tür der Pandemie zum Opfer gefallen sind, hat sich die Jugendmusikschule einiges einfallen lassen, um ihre Schützlinge auch in der schwierigen Zeit auf Trab zu halten.

Im Rahmen von sogenannten Wohnzimmerkonzerten, die am 26.Juni, 3. Juli, 10. Juli und 24. Juli jeweils um 18.30, 19 und 19.30 Uhr im Saal der Jugendmusikschule stattfanden, bekamen die Musiktalente die Möglichkeit, ihr dazugewonnenes Können vor kleinem Publikum zu präsentieren. „Familie und Freunde mussten sich vorab anmelden, bis zu 20 Personen waren erlaubt. Das hat super geklappt“, so Schulleiterin Schützer. In jedem Block wurde 20 Minuten lang musiziert, die restlichen zehn Minuten wurde der Saal gereinigt und wieder hergerichtet, dann war die nächste Gruppe dran. “

Bis zum 25. September läuft zudem eine Aktion der Jugendmusikschule, die den Titel „Sound Challenge“ trägt. „Du hast die letzten Wochen viel geübt? Das wollen wir belohnen und prämieren“, heißt es dazu auf einem Flyer, der an die Schüler verteilt wurde. Die Jungmusiker haben die Chance, ihre besten Musikvideos einzusenden und so einen Luis-Shoppinggutschein im Wert von bis zu 100 Euro zu gewinnen. „Die zehn besten Musikvideos werden prämiert“, sagt Schützer. „Die eingesendeten Videos werden bei vorliegendem Einverständnis zudem auf unserem neuen YouTube-Kanal und auf der Homepage der Jugendmusikschule veröffentlicht.“ Unterstützt wird die Aktion vom Freundeskreis der Musikschule.

Auch für diejenigen, die noch nicht an der Jugendmusikschule eingeschrieben sind, sich einen Besuch aber durchaus vorstellen können, gibt es eine Veranstaltung. Am 1.Oktober beginnt das neue Semester, Neulinge sind stets willkommen. Wer sich bisher allerdings noch nicht für ein Instrument entscheiden konnte, der hat aktuell die Möglichkeit, gleich drei verschiedene Instrumente kennenzulernen. Unter dem Motto „Finde dein Instrument“ haben Kinder ab sechs Jahren die Möglichkeit, verschiedene Instrumente kennenzulernen und direkt auszuprobieren. Für zwölf Euro wird ein individueller Probeunterricht à 20 Minuten an drei verschiedenen Instrumenten geboten.

Info: Die Anmeldung für „Finde dein Instrument“ ist per E-Mail unter info@jms-lb.de oder telefonisch unter (07141) 971370 möglich. Die Probestunden werden unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften durchgeführt.

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