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Initiative

Ein Netzwerk fördert das Kindersingen

In Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern will die Jugendmusikschule Ludwigsburg Kinder für das Singen begeistern. Der offizielle Startschuss für diese Initiative fällt am Samstag, 12. November, beim Tag der Kinderstimme im Kunstzentrum Karlskaserne.

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Singen: Wichtig für Kinder. Foto: dpa

Ludwigsburg. „In vielen Familien ist eine gewisse Sprachlosigkeit entstanden“, sagt Monika Brocks, Geschäftsführerin des Schwäbischen Chorverbandes (SCV). Zu dieser Sprachlosigkeit gehört auch, dass in den Familien weniger gesungen wird als früher. „Dabei unterstützt das Singen den Spracherwerb, fördert Kreativität, Konzentration und die soziale Entwicklung, wenn in der Gruppe gesungen wird“, betont Brocks. „Kinder können gar nicht früh genug mit dem Singen anfangen.“

Christiane Schützer, seit zwei Jahren Geschäftsführende Leiterin der Jugendmusikschule (JMS) Ludwigsburg, teilt diese Ansicht. Sie will Ludwigsburger Kinder ermutigen, möglichst früh mit dem Singen anzufangen und setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem SCV, aber auch mit Kindergärten, Schulen und Kirchen.

Erste Schritte wurden bereits umgesetzt. In Kooperation mit der Stadt Ludwigsburg etwa fördern Mitarbeiter der JMS seit fünf Jahren mit den sogenannten Musikimpulsen die musikalische Früherziehung in Kindergärten und Schulen. „Insgesamt erreichen wir rund 1400 Kinder und Schüler“, sagt Schützer.

Die Villa Sonnenschein ist zum Musikkindergarten geworden, in dem Mitarbeiter der JMS regelmäßig musikalische Früherziehung mit Schwerpunkt Singen anbieten. Die Friedensschule ist seit Beginn des neuen Schuljahres eine „Singende Grundschule“, eine JMS-Lehrkraft unterrichtet einen Vormittag in der Woche Gesang. Mit dem neuen Angebot „Stage Time“ führt die JMS in Zusammenarbeit mit der Kunstschule Labyrinth Kinder an Gesang, Schauspiel und Tanz heran.

Schulleiterin Schützer will solche Kooperationen weiter ausbauen. Der offizielle Startschuss fällt am Samstag, 12. November, beim Tag der Kinderstimme im Kunstzentrum Karlskaserne, den die JMS gemeinsam mit dem SCV organisiert und der sich sowohl an junge Sänger als auch an deren Eltern, Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen, Leiter von Kinder- und Jugendchören sowie Vereinsvorstände richtet.

Bei zahlreichen Werkstattangeboten, für die hochkarätige Dozenten verpflichtet werden konnten, stehen unter anderem Themen wie „Babysingen für Kinder bis zu 18 Monaten mit Eltern“, „Singen im Kindergarten“, „Singende Grundschule“, „Stimmbildung für Kinder“ oder „Stimmbildung für Erzieherinnen und Lehrerinnen“ auf dem Programm.

Auch bei Grundschullehrerinnen besteht laut SCV-Geschäftsführerin Brocks Nachholbedarf. Denn Musik ist erst im vergangenen Schuljahr wieder als eigenständiges Fach eingeführt worden, nachdem der Musikunterricht lange als Teil des Fächerkomplexes „Menuk“ ein Schattendasein geführt hatte. „Viele Lehramtsstudenten können Opern analysieren, aber nicht mit ihren Schülern singen“, so Brocks. Die JMS bietet schon jetzt Fortbildungen zum Thema Singen für Grundschullehrerinnen an, ab 2017 wird das Angebot „Musikimpuls Plus“ auf Erzieherinnen ausgeweitet.

Natürlich gibt es beim Tag der Kinderstimme auch Mitmachangebote für den Nachwuchs. Etwa Body-Percussion mit Ralf Baumgärtner oder den „Kinderchor für zehn- bis 14-Jährige“ mit Ute Scheirle. Zudem treten in der Reithalle von 12 bis 15.30 Uhr zahlreiche Kinderchöre auf. „Mit dem Tag der Kinderstimme wollen wir ein Signal geben, um das schon vorhandene Netzwerk zur Förderung des Kindergesangs weiter auszubauen“, sagt JMS-Leiterin Schützer.

Info: Der Tag der Kinderstimme beginnt am Samstag, 12. November, um 10.30 Uhr im Kunstzentrum Karlskaserne, Hindenburgstraße 29. Bis 17.15 Uhr können Besucher an Werkstattangeboten teilnehmen und Konzerte besuchen. Manche Werkstattangebote sind bereits ausgebucht. Es besteht aber auch für Kurzentschlossene die Möglichkeit, noch in einem Workshop unterzukommen.