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Ein Zusammenspiel mit viel Glanz

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Junges Streicher-Oktett als außergewöhnliche Formation beim Preisträgerkonzert „Jugend musiziert“

Ludwigsburg. Beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ erlangten die acht jungen Musiker des Oktetts im Januar die höchste Punktzahl. Nächste Woche treten insgesamt 21 erfolgreiche Schüler der Ludwigsburger Jugendmusikschule (LMS) beim Landesentscheid in Mannheim an. Die Kammermusik liege der Schule am Herzen, sagte Christiane Schützler, seit einem Jahr JMS- Leiterin an der Seite von Wilfried Peschke. Gelte das Streichquartett als Königsdisziplin, müsse das Doppelte davon wohl als Kaiserdisziplin bezeichnet werden, hob Schützler die Besonderheit der Oktett-Formation beim Konzert im Kunstzentrum Karlskaserne hervor.

Lehrerin Meike Brandenbusch berichtete von den speziellen Herausforderungen. Eigentlich brauche diese Größe ein Dirigat. Gebe es keines, wie hier der Fall, erfordere das Zusammenspiel „wahnsinnig viel Arbeit. Die hatten wir“. Werde nur eine Stimme unsicher, schmeiße das alle um. Zwei Schüler sprangen kurzfristig ab vom Projekt, und Brandenbusch suchte händeringend im ganzen Kreis nach einer Ersatzbratsche. Schließlich sattelte die Geigerin Charlotte Lorenz kurzerhand um auf Viola und Paula Hermenau sprang als neue Violinspielerin ein.

Mit Victoria Landenberger, Isabelle Schneider, Carlotta Kalbhenn (Violinen), Leonie Walz (Viola), Fabian Schneider und Emilia Landenberger (Violoncello in der Klasse von Regine Friederich) meisterten die jungen Musiker bravourös das Allegro aus dem Doppel-Quartett Nr. 1 d-moll opus 65 von Louis Spohr.

Fabian Schneider hatte mit seinem Cello zuvor schon eine stupende Feinfühligkeit an den Tag gelegt. Mit seiner Schwester Isabelle, diesmal als Klavierbegleiterin, verlieh er einer Elegie von Gabriel Fauré bewegende Zartheit. Rhythmisch kraftvoll geprägt war der Auftritt von Fabian Weyers, Schüler von Kurt Holzkämper. Mit Stücken von Jim Snidero und Jaco Pastorius verwandelte der zwöljährige E-Bassist in Begleitung des elfjährigen Schlagzeugers Bennet Wilken die Karlskaserne in einen Jazzclub.

Gedehnte Langsamkeit im Lento, punktierte, schnelle Wechsel im Con Brio der Sonatina von Joseph Horovitz: Aaron Ritter beherrschte dieses Wechselspiel und noch viel mehr mit seiner Klarinette. Matthias Ritter, nicht verwandt mit ihm, unterrichtet ihn wie auch Elina Köhler, die mit dem Klarinettenkonzert Nr. 3 von Carl Stamitz großen Eindruck machte.

Eine weitere bläserische Glanzleistung lieferte Johanna Spegg. Die Trompetenschülerin von Florian Schiessler hat mit Stücken von Jean-Baptiste Loeillet und Paul Jeanjean nicht nur die Jury von Jugend musiziert überzeugt. Mit perlenden Läufen und kraftvoller Dynamik hatten Luisa und Laura Weyers mit Carl Maria von Weber und Georges Bizet den Reigen eröffnet, vierhändig am Klavier (Klasse Ute Radermacher).

Von 33 Teilnehmern aus der JMS seien 21 an den Landeswettbewerb weitergeleitet worden. Das sei ein großer Erfolg, sagte Gesa Jahncke. Die Vorsitzende des JMS-Freundeskreises dankte unter anderem den neun beteiligten Lehrern. Zum Teil hätten sie ihre Freizeit zwischen Neujahr und Silvester geopfert. Sie machte darauf aufmerksam, dass der Freundeskreis derzeit Spenden für ein neues Klavier sammle, denn die Instrumente seien zu knapp.