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Eine Baustelle fast abgeschlossen, aber eine neue tut sich auf

Die Dachdeckerfirma muss nur noch kleine Restarbeiten erledigen – Bei zwei Gebäuden wird nun berechnet, ob es Änderungen für Überdachung der Balkone gibt

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Zumindest die Dacharbeiten an den meisten Häusern sind beendet. Aber es ist noch mehr zu tun. Foto: Theiss

Korntal-Münchingen. Nachdem sich über Monate auf den Baustellen an den Vonovia-Mehrfamilienhäusern im Korntaler Bahnhofweg fast nichts getan hat, geht die Sanierung seit Beginn dieser Woche zumindest bei einem Gewerk voran. Am Montag rückte das beauftragte Dachdeckerunternehmen samt Autokran aus Sachsen an, um auf dem Doppelgebäude zu arbeiten.

„Heute Mittag sind wir fertig geworden“, konnte Firmenchef André Tiebel dann am Donnerstag verkünden. Wäre es nach ihm gegangen, wäre das einen Tag früher geschehen. Doch vor den Nummern 12 und 14 stehen Container mit den alten Fenstern, die das zuständige Unternehmen noch nicht abgeholt hat. Tiebel musste deshalb einen anderen Kran besorgen, der unter den beengten Verhältnissen arbeiten konnte.

Langer Stillstand

Auch das erste Gebäude auf der gleisnahen Seite im Bahnhofweg sei nahezu fertiggestellt, dort fehle nur noch eine Kleinigkeit zur Sicherung für den Schornsteinfeger. Beim Gebäude Nummer drei sehe es ähnlich aus, dort müssten lediglich noch zwei Dachfenster eingesetzt werden. In der übernächsten Woche werde er mit seinem Team für vier Tage nochmals anrücken, um das zu erledigen.

Ebenso im kommenden Frühjahr, um zum Beispiel die endgültigen Fallrohre am Doppelgebäude einzubauen. Das können die Dachdecker erst machen, wenn die Fassadendämmung aufgebracht ist – und das könnte dauern. Denn während der Arbeiten, die etwa einen Monat pro Haus brauchen, muss die Temperatur über fünf Grad liegen. Spielt das Wetter mit, soll es Ende November losgehen. Es müsse sich aber keiner Sorgen machen, dass man frieren müsse, so Tiebel. Sein Unternehmen legte deshalb so spät los, weil es auf einer anderen Vonovia-Baustelle gefordert war.

Unterdessen ist der Ärger bei den Mietern nach wie vor groß. Wie berichtet hatten die Ende April begonnenen Arbeiten an vielen Tagen geruht – 119 bis Ende Oktober –, über die Gründe dafür und wann es weitergeht, seien sie nicht informiert worden. Daran hat auch ein Schreiben der Stuttgarter Initiative der Vonovia-Mieter nichts geändert, bei denen sich die Korntaler Hilfe geholt haben. Ein Betroffener bezweifelt aufgrund seiner Erfahrung auch die gegenüber der LKZ gemachte Vonovia-Angabe, dass bis Frühjahr alles abgeschlossen sein soll.

Kaum Energieeinsparung?

Kritik gibt es auch an dem Teil der Arbeiten, die als energetische Sanierung deklariert sind und deshalb auf die Mieter umgelegt werden, obwohl sie nichts bringen. Dazu gehöre, dass die Fassadendämmung zu nur zehn Cent pro Quadratmeter Einsparung führe. Vielmehr, ist ein Betroffener überzeugt, solle so das Schimmelproblem gelöst werden, was Vonovia allein zu tragen habe.

Außer den heftigen Mieterhöhungen, deretwegen Vonovia so umstritten ist, bringe auch die geplante Vergrößerung einiger Balkone nichts, denn die seien direkt an den Bahngleisen gelegen. Hier muss laut Tiebel bei den Häusern fünf und sieben ein Statiker noch berechnen, ob und welche Überdachung es für die Balkone gibt, erst danach könnten die Dacharbeiten erfolgen. Bei den Mietern sorgt das für weiteres Kopfschütteln: „Warum macht man das erst jetzt?“, fragen sie.