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Jubiläum
Gemeinsam gewachsen: Eine Stadt wird 50 Jahre alt

Landrat Dr. Ulrich Hartmann links gratuliert dem ersten Bürgermeister Walter Seiler.
Landrat Dr. Ulrich Hartmann links gratuliert dem ersten Bürgermeister Walter Seiler. Foto: Stadtarchiv Korntal-Münchingen
Das Rathaus Münchingen vor dem Zusammenschluss der beiden Ortsteile Korntal und Münchingen.
Das Rathaus Münchingen vor dem Zusammenschluss der beiden Ortsteile Korntal und Münchingen.
Der amtierende Bürgermeister Alexander Noak vor dem neuen Anbau der Kita Kallenberg.
Der amtierende Bürgermeister Alexander Noak vor dem neuen Anbau der Kita Kallenberg. Foto: Oliver Sonnek
50 Jahre Korntal-Münchingen: aus verschiedenen Gemeinden wurde eine Stadt mit hoher Wohnqualität und starkem Wirtschaftsstandort - mit über 20.000 Einwohnern

Korntal-Münchingen. Unterschiedlicher hätten die Gemeinden nicht sein können: die Rede ist von Korntal, Kallenberg und Münchingen.

Münchingen war ein eigenständiges landwirtschaftlich geprägtes Dorf mit einer gesunden Gemeindestruktur, besaß aber wenig Verwaltungskraft, um als Gemeinde länger allein zu bestehen. Korntal war seit 1819 eine evangelische Brüdergemeinde, die ihre religiöse und kulturelle Selbständigkeit nicht verlieren wollte. „Was als Zwangsheirat zweier recht verschiedener Gemeinden begann, wurde über die Jahrzehnte zu einer sich ergänzenden Einheit, in die jeder Teil seine Stärken einbringt“, erklärt Bürgermeister Alexander Noak.

Bis heute gibt es keine direkte Verbindungsstrecke zwischen Korntal und Münchingen. Die Fusionierung wurde allgemein sehr zögerlich angenommen, war aber das Ergebnis nach einigen Gesprächen und Gutachten. Ein Anschluss beider Gemeinden an Stuttgart wurde von der Mehrheit abgelehnt.

Seit 1. Januar 1975 sind die drei Ortsteile Korntal, Münchingen und Kallenberg zu einer Stadt zusammengeschlossen unter den Namen: Korntal-Münchingen. Gründe für den Zusammenschluss waren die Gemeindereform Baden-Württembergs: viele kleine Gemeinden wurden in dieser Zeit zu größeren Verwaltungseinheiten zusammengelegt. Anlass für die Zusammenlegung war die Vereinfachung der Verwaltung, effizientere Infrastruktur und die Sicherung von finanzieller Stabilität. Beide Ortsteile behielten aber weiterhin ihren individuellen Charakter: Korntal blieb die religiös geprägte, bürgerliche Gemeinde und Münchingen war weiterhin der traditionell-ländliche Stadtteil.

Aufbruch und Wachstum in den 1970er Jahren

Die 70er Jahre waren geprägt von technologischem Fortschritt, bunter Mode und nostalgischem Denken.

Die Fraktionen im Korntal-Münchinger Gemeinderat waren sich 1977 einig: Die finanzielle Lage der Stadt sieht gut aus. Da Wohnraum damals knapp war und durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen dringend benötigt wurde, entschloss man sich, im Nordosten von Münchingen ein neues Wohngebiet zu bauen. In den darauffolgenden Jahren kamen weitere bauliche Erweiterungen hinzu, wie zum Beispiel 1976 die Einweihung des Hallenbades, 1977 die Restaurierung des Schlosses Münchingen, 1978 Anschluss der Stadt an das S-Bahn-Netz und 1981 der Spatenstich Jugendhaus Korntal und Baubeginn Bürgerhaus mit der Sporthalle.

Ausstellung „Von den 70ern bis heute“

In der Wanderausstellung im Rathaus Korntal-Münchingen wurden die 70er Jahre bis heute beleuchtet. Nicht nur die bunte Mode von damals sowie die Rote-Armee-Fraktion und der Kalte Krieg haben diese Jahre geprägt. In der Wanderausstellung „Vielfalt und Gegensätze“ wurde auch erklärt, wie es zu dem Bindestrich zwischen Korntal und Münchingen gekommen ist. Diese Jahrzehnte wurden von fünf Bürgermeistern, zahlreiche Gemeinderäten, über 70 Vereinen und Institutionen sowie den Bürgern mitgestaltet.

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