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Hymne auf die Stadt aus 150 Kehlen

Der Stadtverband der Gesang- und Musikvereine feierte mit der facettenreichen Veranstaltung „Klangwellen“ sein 50-jähriges Bestehen. Das dreistündige Konzert zeigte die große Bandbreite des Verbandes mit seinen 16 Gesang- und zehn Musikvereinen sowie den insgesamt 1600 Mitgliedern.

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Der Musikverein Oßweil/Stadtkapelle Ludwigsburg und die Harmonika-Gemeinschaft Ludwigsburg gemeinsam mit dem Projektchor bei der Uraufführung.Foto: Alexander Moebius

Ludwigsburg. Einziger Wermutstropfen: Der schwache Besuch, der Theatersaal des Forums war gerade mal zur Hälfte gefüllt. Diejenigen, die gekommen waren, konnten sich auf eine Schau des kulturellen Lebens in der Stadt freuen und überdies eine Premiere erleben.

 

Der Komponist Ernst-Thilo Kalke hatte den Auftrag, eine Musik auf ein Gedicht über Ludwigsburg zu schreiben, das durch Verse zum Jubiläum erweitert wurde. In Anwesenheit des Komponisten machten der Musikverein Oßweil/Stadtkapelle Ludwigsburg und die Harmonika-Gemeinschaft Ludwigsburg (HGL) die glanzvolle Komposition erlebbar.

 

Unter der Gesamtleitung von Christoph Schweizer gewann die Melodie eine große Dynamik und überzeugte mit apart klingenden Sequenzen. Der eigens gegründete Projektchor nahm den Faden auf und besang die Stadt der Blumen und Alleen. Dies war aber nicht das einzige Chor- und Musikerprojekt, das es bei dem von Peter Gorges moderierten Festkonzert zu hören gab.

 

Mit viel Witz und Ironie intonierte ein von Akkordeonspielern der HGL begleiteter Projekt-Männerchor den Max-Raabe-Song „Für Frauen ist das kein Problem“. Frisch und gut choreographiert präsentierte außerdem ein von Holger Frank Heimsch dirigierter Swing-Projektchor den Klassiker „Chattanooga Choo Choo“. Begleitet wurden die Akteure von der N.Y. Lake Big Band des Musikvereins Poppenweiler unter Leitung von Rudi Artinger.

 

Die Big Band bewies außerdem mit dem „Fat Man Boogie“, dass sie herausragende Solisten in ihren Reihen hat. Unter der Leitung Artingers gaben als weiteres Highlight Musiker aus Eglosheim, Pflugfelden und Poppenweiler ein Platzkonzert mit viel Schmiss und Temperament. Da war richtig Feuer drin. Mit südamerikanischem und spanischem Temperament überzeugten die Band „Latin Touch“ und das Percussion-Ensemble der Jugendmusikschule, die zudem in der Pause im Foyer unterhielten.

 

Der Zitherclub Oßweil bewies seine herausragende Qualität mit dem originell arrangierten Klassiker „Der Dritte Mann“ und die Alten Kameraden ließen es zackig angehen. Drei Top-Orchester aus der Stadt eröffneten den Abend. Zunächst das Sinfonieorchester unter der Leitung von Siegfried Bauer, das mit der Fledermaus-Ouvertüre verzauberte.

 

Das große Orchester des Musikvereins Oßweil unter der Leitung von Horst Bartmann überzeugte mit der spannungsreichen Alvamar-Ouvertüre und das erste Orchester der HGL bot mit „Inspirations“ von Hans-Günther Kölz inspirierende Musik auf höchstem Niveau. Begrüßt wurden die Besucher im Foyer mit Klängen des Volksmusikkreises. Und zum Abschied sangen alle Bühnenakteure den Abba-Klassiker „Thank you for the Music“.

 

Im Interview mit Peter Gorges hob Oberbürgermeister Werner Spec die Bedeutung der Hoch-, aber auch der Breitenkultur hervor. Die musische Förderung sei sehr wichtig für die kindliche Entwicklung, so Spec weiter und er betonte: „Wo musiziert wird, geht es den Menschen gut.“

 

Der Vorsitzende des Stadtverbandes Peter Teufel machte deutlich, dass ohne Jugendarbeit die Zukunft der Vereine nicht gesichert werden könne. Der Verband versuche, den Vereinen zu helfen, die hier Probleme hätten, versprach Teufel. Zum Schluss gab es Blumen und Dankesworte für die Vorstandsmitglieder des Stadtverbandes Rudi Artinger, Werner Paa, Jeanette Stuber, Gabi Knorpp, Frank Nafzger, Cathrin Dettmann, Roland Schweiß, Peter Teufel und Brigitte Scheiblauer, die in mehrmonatiger Arbeit das Konzert vorbereitet hatten.