Ludwigsburg. Mit 3200 Besuchern und durchweg zufriedenen Ausstellern hat die Immobilienmesse Immo der Ludwigsburger Kreiszeitung auch in ihrem 16. Jahr demonstriert, dass sie sowohl für die Anbieter von Häusern, Wohnungen und Baugrundstücken wie auch für die Kaufinteressenten ein unverzichtbarer Termin ist. „Die Messe hat sich immer gelohnt“, meinte beispielsweise Klaus Dehnelt, Vertriebsleiter der Ludwigsburger Betz und Schlichenmaier Bau Partner und fügt hinzu. „Jemand der sich für eine Wohnimmobilie interessiert wird an der Messe nicht vorbeikommen“.
Nicht vorbeigekommen an der Immo ist erstmals auch Michael Ilk. Der neue Ludwigsburger Baubürgermeister kam zur Eröffnung und nutzte den anschließenden Rundgang um Vertreter der Immobilienbranche kennenzulernen. Für die Zunft der Makler und Bauträger hatte er gewissermaßen Zuckerbrot und Peitsche parat. „Ludwigsburg wird einige neue Baugebiete ausweisen“, kündigte er an, vergaß aber auch nicht zu erwähnen, dass dies nicht ganz aus freien Stücken geschieht: „Der Druck auf die Stadt ist sehr groß.“
Nicht minder groß ist der Druck in der derzeitigen Diskussion um ein Eingriffe der Stadt in den Grundstücksmarkt, um den weiteren Anstieg der Preise für Bauland und Neubauwohnungen zu begrenzen. „Wir werden Lösungen finden“ versprach Ilk, der seit zwei Wochen im Amts ist, der versammelten Prominenz der Bauträger-Branche im Landkreis. Jeder werde seinen Platz finden. Das dies nicht unbedingt ein Platz an der Sonne ohne jeden Schatten ist, deutete der dritte Mann im Ludwigsburger Rathaus aber auch an, in dem er Stuttgarts legendären Oberbürgermeister Manfred Rommel zitierte, unter dem er noch im Tiefbauamt der Landeshauptstadt gearbeitet hatte. „Ein guter Kompromiss ist, wenn keiner zufrieden ist.“
Für viele Messebesucher wären Maßnahmen, um die Preise für Wohneigentum zu bremsen, durchaus willkommen. Denn viele, vor allem junge Familien klagen, dass es in der Region kaum noch erschwinglich sei, ein Haus zu bauen oder eine Eigentumswohnung zu kaufen. Und das sei nicht nur ein Problem der Kreisstadt und der unmittelbaren Umgebung, sondern in fast allen Kommunen des Landkreises. Manch einer, der erst kürzlich hierher gezogen ist, äußerten Unverständnis, dass die Gemeinden angesichts der hohen Nachfrage nicht mehr Bauland ausweisen oder warum die Genehmigungsverfahren oft so lange dauern.
Es sind allerdings nicht nur die Jüngeren, die – mit oder ohne Kinder – die Nachfrage nach Wohnimmobilien im Landkreis auf höchstem Niveau halten. „Auch die Erbengeneration hat viel Geld, dass sie sinnvoll anlege will“, erklärte der Verleger der Ludwigsburger Kreiszeitung, Gerhard Ulmer, in seiner Eröffnungsansprache. Die Nachfrage sei in allen Bereichen größer als das Angebot. Von einem Einbruch oder zumindest einer leichten Abkühlung des Immobilienmarktes, wie sie manch ein Branchenvertreter noch vor einem Jahr erwartet hatte, ist momentan noch nichts spüren. Auch bei der Immo-Messe macht sich kein Abschwung bemerkbar. Nicht nur die Besucher bleiben der Messe treu, sondern auch die Aussteller. Das passe zum langfristigen Engagement, das die Ludwigsburger Kreiszeitung mit der Messe verfolge, erklärte Ulmer.



