Logo

Junge Musiker zeigen ihr Können

Preisträger von „Jugend musiziert“ mit Konzert vor den Landesmeisterschaften

350_0900_12455_.jpg
Carlotta Kalbhenn zeigt, dass sie ihren Preis verdient hat.Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Bei den Regionalmeisterschaften von „Jugend musiziert“ haben zehn Solisten und ein Trio aus der Barockstadt einen ersten Preis erreicht. In einem stimmungsvollen Kammerkonzert am Sonntag in der Karlskaserne haben einige der Nachwuchstalente gezeigt, dass sie das mehr als verdient haben.

So viele Gewinner hatte die Jugendmusikschule bestimmt noch nicht oft: Durch die Bank erste Preise haben die Ludwigsburger Teilnehmer bei den Regionalmeisterschaften Ende Januar in Ditzingen geholt. Die Geiger und Cellisten aus den Klassen von Meike Brandenbusch und Regine Friedrich sind noch so jung, dass sie gar nicht alle bei den Landesmeisterschaften vom 8. bis 12. März in Böblingen mitmachen dürfen. Dort gilt ein Mindestalter von elf Jahren.

Hoher Anspruch der Stücke

Dennoch konnten am Sonntag noch viele in der Karlskaserne für ihren Auftritt beim Wettbewerb üben und das Laienpublikum beeindrucken. „Ihr seid auf gutem Weg hin zu den Schlossfestspielen“, war sich Gesa Jahncke, erste Vorsitzende des Freundeskreises der Jugendmusikschule, sicher.

Falsch liegt sie da nicht: Die Stücke, die die Jugendlichen zwischen elf und 15 Jahren vortrugen, würden auch im Musikstudium gespielt, erklärt Geigenlehrerin Meike Brandenbusch. Seit vergangenen Sommer arbeiten die Schüler von ihr und Cello-Kollegin Regine Friedrich an ihrem Programm für „Jugend musiziert“. „Es sind jetzt schon relativ viele bei den Landesmeisterschaften dabei“, sagt Brandenbusch nicht ohne Stolz. Sie könne sich gut vorstellen, dass es einige sogar zum Bundesausscheid in Kassel schaffen.

Sowohl in ihrer Technik als auch in ihrem Ausdruck zeigten die Jugendlichen am Sonntag, dass sie das Zeug zum Profi haben. Mal mit entspanntem Gesichtsausdruck an den leise fröhlichen Stellen, mal mit grimmig zusammengekniffenen Augen in den lauten, dramatischen Momenten spielte Lynn My Le Trinh Stiegler. Sie wählte als erstes Stück eine moderne Sonate des belgischen Komponisten Eugène Ysaÿe, die der jungen Violinistin manchmal eine fast brutale Art abverlangte. Ihr Pferdeschwanz wippte hin und her beim engagierten Streichen.

Geübt habe sie die Mimik nicht, versichert die 15-Jährige. „Der Ausdruck muss aus einem selbst herauskommen.“ Der Knackpunkt bei der Sonate liege im Interpretatorischen, sagt Lynn fachmännisch, die vor mehr als sieben Jahren zum ersten Mal die Violine zur Hand nahm. Das liege ihr mehr als das Technische.

Doch nicht nur solo kann man glänzen, bewiesen drei weitere Wettbewerbskandidaten. Die Schwestern Paula (Violine) und Frida Hermenau (Violoncello) haben sich mit dem einzigen Nicht-Streicher und Ortsfremden des Abends zusammengetan. Der 14 Jahre alte Pianist Maximilian Eppinger von der Musikschule in Ditzingen spielte mit ihnen einen Tango des Komponisten Astor Piazzolla. So brachte das Trio ein wenig musikalische Abwechslung zwischen die sonst eher klassischen Stücke. „Zu dritt ist es besser“, findet die 13-jährige Paula, und ihre Mitstreiter stimmen ihr zu. Vor dem Landeswettbewerb hätten sie keine Angst.

Junge Musiker mit Leidenschaft

Ebenfalls mit viel Leidenschaft gespielt haben Carlotta Kalbhenn (Violine, 14 Jahre alt), Hemma Wenzler (Violine, zwölf Jahre alt), Victoria Landenberger (Violine, 15 Jahre alt), Emilia Landenberger (Violoncello, 14 Jahre alt), Fabian Schneider (Violoncello, 15 Jahre alt) sowie Lavinia Laukner (Violine, 14 Jahre alt).