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Kleine Feier für Schillerpreisträger

Es war die einzige Veranstaltung in der Schillerwoche 2020 mit Präsenz: Gestern erhielten die fünf besten Schüler der letztjährigen Kursstufe I am Friedrich-Schiller-Gymnasium die Schillerpreise – unter Coronabedingungen.

Schillerpreisverleihung unter Pandemiebedingungen: Katharina Hennen, David Häsler, Johanna Schönbrodt, Manuel Heger und Annemarie Fink (von links) wurden als Jahrgangsbeste der Kursstufe I im Schuljahr 2019/2020 geehrt.Foto: Ramona Theiss
Schillerpreisverleihung unter Pandemiebedingungen: Katharina Hennen, David Häsler, Johanna Schönbrodt, Manuel Heger und Annemarie Fink (von links) wurden als Jahrgangsbeste der Kursstufe I im Schuljahr 2019/2020 geehrt. Foto: Ramona Theiss

Marbach. Deshalb ging die knapp halbstündige Veranstaltung nicht ohne Einschränkungen über die Bühne: Statt im Humboldtsaal des Deutschen Literaturarchivs wurden die Preise im Musiksaal des FSG überreicht, neben den Preisträgern und den Laudatoren waren nur noch die mit der Organisation betrauten Lehrkräfte anwesend sowie Schülerin Eva Weiß, die der Preisverleihung mit Klavierklängen aus einer Beethoven-Sonate und aus Prokofjews „Flüchtigen Erscheinungen“ einen feierlichen Anstrich verlieh.

Einige der leeren Stühle im Musiksaal machten außerdem deutlich, dass diese Schillerpreisverleihung anders war als die vielen zuvor: Sie standen symbolisch für die Delegation der Hohen Landesschule Hanau, die üblicherweise immer an Schillers Geburtstag ihrer Partnerschule die Aufwartung macht. Im Pandemie-Jahr konnten die Hanauer die Marbacher Zeremonie lediglich im Livestream verfolgen.

Den traditionellen Buchpreis der hessischen Schule gab es dennoch, ihn überreichte FSG-Lehrerin Vanessa Greiff an Katharina Hennen. Sie hatte sich für eine Biografie über den Komponisten Antonio Vivaldi entschieden.

Für Volker Müller, der mit Beginn des Schuljahres die Nachfolge von Christof Martin als Schulleiter des FSG angetreten hat, war die Schillerpreisverleihung eine Premiere, und er hätte sie gerne unter „normalen“ Bedingungen erlebt. Er überreichte den Preis der Erich-Güntter-Gedächtnisstiftung an David Häsler, der sich für Stephen Hawkings „Eine kurze Geschichte der Zeit“ entschieden hatte. Der Physiker, meinte Müller, habe sich – ähnlich wie Friedrich Schiller – mit existenziellen Fragen beschäftigt, „wenn auch auf einer anderen Ebene“. Die Stiftung geht übrigens auf Otto Güntter zurück, der ab 1904 Direktor des Schiller-Nationalmuseums und maßgeblich am Aufbau dieser weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Institution beteiligt war.

Als Preis der Stadt Marbach hatte sich Johanna Schönbrodt Albert Camus’ „Die Pest“ ausgesucht – ein Titel, der „ein bisschen in die heutige Zeit passt“, wie Bürgermeister Jan Trost fand. Er wies auch darauf hin, dass die Preisträger Außergewöhnliches in außergewöhnlichen Zeiten geleistet hätten, denn einen Teil des zurückliegenden Schuljahrs mussten auch sie ohne Präsenzunterricht, dafür aber mit den Mühen des Homeschoolings, durchstehen: „Das kann man nicht hoch genug einschätzen“, meinte Trost.

Das Buch „Die schlafende Sonne“ von Thomas Lehr überreichte Birger Laing vom Marbacher Schillerverein an Manuel Heger, während der Preis der Deutschen Schillergesellschaft für Annemarie Fink in einem Rühmkorf-Band und einem Gutschein bestand.

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