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Neues Design für mehr Pünktlichkeit 

S-Bahn soll ab Herbst 2021 in lichtgrau fahren – Verbesserungen im Innenbereich vorgesehen – Steckdosen an einigen Plätzen

Feierliche Enthüllung. Designer Matthias Fischer, Regionalpräsident Thomas Bopp und Designer Julian Fordon (von links) stellen die neue S-Bahn vor. Foto: Holm Wolschendorf
Feierliche Enthüllung. Designer Matthias Fischer, Regionalpräsident Thomas Bopp und Designer Julian Fordon (von links) stellen die neue S-Bahn vor. Foto: Holm Wolschendorf
So könnte der Innenraum mit mehr Platz für die Fahrräder aussehen. Animation: Neomind Designstudio
So könnte der Innenraum mit mehr Platz für die Fahrräder aussehen. Animation: Neomind Designstudio

Kreis Ludwigsburg. Lichtgrau statt des bisherigen Verkehrsrot. So sollen die neuen S-Bahnen in Zukunft aussehen und ab Herbst 2021 auf die Gleise kommen. Das Redesign ist am Mittwoch  im Verkehrsausschuss der Region Stuttgart vorgestellt und verabschiedet worden. Dabei geht es nicht nur um einen neuen Anstrich. Durch ein farbliches Leitsystem sollen die Fahrgästen schneller ein- und aussteigen können. Außerdem gibt es Verbesserungen für Rollstuhlfahrer und Passagiere mit Kinderwagen. Zudem werden neue Aufenthaltsbereiche eingerichtet, Steckdosen an zahlreichen Plätzen installiert und eine verbesserte Fahrgastinformation angebracht.

Die 58 neuen zusätzlichen Fahrzeuge, die im vergangenen Jahr bestellt wurden, werden bereits im neuen Design ausgeliefert. Die bestehenden Züge, die derzeit noch in rot unterwegs sind, werden nach und nach neu lackiert. Denn die Wagen benötigen aus Witterungsgründen alle 15 Jahre einen neuen Anstrich. Für das Redesign stehen rund 170 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir müssen das Ein- und Aussteigen deutlich erleichtern, um die Pünktlichkeit der S-Bahnen zu verbessern“, sagt Dr. Dirk Rothenstein, Geschäftsführer der S-Bahn Stuttgart. Er will durch farbliche Markierung der verschiedenen Bereiche auf der Zugaußenseite den Fahrgästen die Orientierung beim Einsteigen erleichtern. Ziel ist es, die Haltezeiten zu reduzieren, die derzeit auf 30 Sekunden pro Stopp ausgelegt sind. „Wir kämpfen bei der Pünktlichkeit um jede Sekunde“, so Rothenstein.

Die bislang eher unscheinbaren Piktogramme, die Fahrradfahrern den Einstiegsort gezeigt haben, werden erweitert, so Industriedesigner Julian Fordon von der DB. Künftig sind die kompletten Bereiche der Sonderabteile in Blau beziehungsweise in Gelb für die 1. Klasse eingefärbt und heben sich auch auf vollen Bahnsteigen für die Fahrgäste ab. Hinzu kommen schwarzgraue Türen, die es leichter machen sollen, am Bahnsteig direkt an der richtigen Stelle zu stehen.

Neuerungen soll es auch im Innern der S-Bahn geben. Im Bereich der so genannten Mehrzweckabteile sollen am Zugende vor allem für die Bedürfnisse der Rollstuhlfahrer und von Passagieren mit Kinderwagen ausgerichtet werden. Für Radfahrer soll mehr Raum durch zusätzliche Abteile in der Zugmitte geschaffen werden. Wesentlicher Teil der Neuerungen sind Monitore mit stärker auf die Kundeninteressen ausgerichteten Anzeigemöglichkeiten, die die Fahrgastinformationen verbessern sollen. Dazu zählt auch ein automatisiertes Fahrgastzählsystem in den Türen, das in Echtzeit Informationen über die Auslastung der Züge geben soll. Neben dem schon eingeführten WLAN soll es in der 1.Klasse und so genannten Premiumsitzen Steckdosen geben, damit den Smartphones und Laptops der Saft nicht ausgeht.

Die Kosten für die Maßnahme stehen noch nicht endgültig fest, da die Verhandlungen mit den Anbietern darüber noch laufen. Die DB Regio soll für die Region die Kosten ermitteln. Danach richtet sich auch, welche Elemente vor allem im Innenraum umgesetzt werden. „Nach den bisherigen Signalen“, erwartet Regionalpräsident Thomas Bopp aber, dass das Redesign der bestehenden Züge und die Ausrüstung der 58 neuen Wagen im Rahmen des verfügbaren Budgets von 170 Millionen Euro liegen wird.

Zustimmung kam von allen Fraktionen, nur die SPD war noch nicht ganz zufrieden und enthielt sich am Ende der Stimme. „Hier geht es nicht um Optik“, so CDU-Regionalrat Rainer Ganske. Vor allem würden die Weichen für mehr Pünktlichkeit gestellt. Auch Grünen-Regionalrätin Heike Schiller begrüßt die Neurungen bei der S-Bahn. „Es wäre allerdings schön, wenn in Zukunft auch die Bahnsteige den neuen Anforderungen entsprechen würden“, zeigte sie sogleich auf die Anforderung für die S-Bahn in der Zukunft.

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