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Showfasching in Poppenweiler: Gelungener Abend, viel Lokalkolorit

Musikverein Poppenweiler sorgt beim Showfasching in der Gemeindehalle für Leichtigkeit in einer schwieriger Zeit

Der Musikverein bot einen Abend mit Tanzvorführungen sowie frechen Szenen und Gesangsdarbietungen, die es in sich hatten. Foto: Ramona Theiss
Der Musikverein bot einen Abend mit Tanzvorführungen sowie frechen Szenen und Gesangsdarbietungen, die es in sich hatten. Foto: Ramona Theiss
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Ludwigsburg. Was haben Omikron, das Gekicke vom VfB, die blaue Glasbox und die Oßweiler gemeinsam? Sie alle waren im Visier des Poppenweiler Showfaschings in der Gemeindehalle. Da wurde so allerhand aufs Korn genommen. 120 Besucher erlebten das Programm live, über 80 Einzelpersonen und Gruppen waren per Internet-Livestream dabei.

In der jetzigen Zeit unbeschwert Fasching feiern, darf man das? Ja man durfte, der Poppenweiler Musikverein tat das unter Einhaltung strenger Coronaregeln. Und das geschah auch trotz des russischen Einmarsches in die Ukraine. Weil die Akteure der Faschingsgruppe bewiesen, wie wichtig das Närrische ist. Weil es so manches zurechtrückt, was verbissen diskutiert wird. Weil es für Leichtigkeit sorgt, wo sonst Ängste dominieren. Und so bot der Musikverein einen Abend mit Tanzvorführungen sowie frechen Szenen und Gesangsdarbietungen, die es in sich hatten. Der Vorstand hatte somit die richtige Entscheidung getroffen, den Showfasching allen schlechten Vorzeichen zum Trotz durchzuführen.

Ein Stück Heimat: Großes Interesse am Livestream-Angebot

Rudi Artinger, der zusammen mit Rainer Rottner durch das Programm führte, war denn auch ganz im Glück. Nicht nur über den Besuch vor Ort, sondern auch über das weltweite Interesse am Livestream. Sogar im Allgäu und im kanadischen Vancouver wurde er geschaut. Das närrische Treiben in der Halle war eben ein Stück Heimat und bewies mal wieder, dass es in dem dörflichen Ludwigsburger Stadtteil eine kleine Rebellenschar beherrscht, den Menschen mit Humor die Leviten zu lesen.

Den Auftakt machten die „Fleggaschwätzer“, die alles durch den Kakao zogen, was die Ludwigsburger umtreibt: Tonnenchaos und blaue Kistle voller leerer Weinflaschen, 2-, 3- Regel und G-Punkt. Über die zwei Strichle beim positiven Coronatest, die bei einem anderen Test negativ bedeuten. Fehlen durfte auch nicht das Gendern und so wurden die Gäste schließlich nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen mit „Liebe alle“ begrüßt.

Die Fans von MVP in der Person von Simone und Rudi Artinger sowie Heidi Witt legten mit ihrem von schräger Musik begleiteten Sprechgesang noch einen drauf: So erfuhren die Besucher, dass es zwischen Oßweil und Poppenweiler 0:4 steht. Null Besenwirtschaften in Oßweil, bald vier in Poppenweiler. Rudi Artinger verschwieg dabei nicht, dass er jetzt musikalisch auch in Oßweil tätig ist. „Zum Missionieren“, wie er einräumte. Schließlich habe Oßweil auch schöne Seiten. Etwa die Aussicht nach Poppenweiler. Das frisch vermählte Ehepaar aus Oßweil, das das Geschehen vor Ort verfolgte, wurde sogleich zu einer Lokalrunde verdonnert.

Tanzshows, Männer in Baströcken und Fotos von Partys daheim

Und dann waren da noch die Szenen aus dem Impfzentrum. Vier Stühle und der ganz normale Wahnsinn frei nach Matthias Reim „Verdammt ich impf mich, ich impf mich nicht“. Würze im Geschehen waren außerdem die Tanzshows. Den Auftakt machten die Mädels mit einer packenden Choreographie nach globalem Sound. Die Jungs des Männerballetts stürmten als Piraten der Karibik die Bühne, um später im Baströckchen die Wampe wippen zu lassen. Das Publikum war begeistert. Die Internetgemeinde schickte schließlich Fotos von heimischen Partys im Familien- und Freundeskreis.

Info: Lust auf weitere Fotos vom Showfasching? Die gibt es unter www.lkz.de.

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