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Evangelische Jugendhilfe

Spiel und Spaß zum Weltkindertag

Hoch her ging’s in „High Village“. So tauft die Evangelische Jugendhilfe den Remsecker Stadtteil Hochdorf um, wenn sie ihr Fest zum Weltkindertag feiert. Und das ganze Dorf feiert mit. Dabei war an allen Ecken und Enden etwas geboten.

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Das Familienfest war ein Vergnügen für Groß und Klein. Fotos: Ramona Theiss
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Von einer Kinderschminkerin konnten sich die Kleinen bemalen lassen.

Remseck. Das Familienfest der evangelischen Jugendhilfe Hochdorf wird traditionell am Sonntag nach dem Weltkindertag gefeiert. „Damit machen wir wieder aufmerksam auf die Situation der Kinder und Jugendlichen in unserer Gesellschaft und darauf, dass es noch viel zu tun gibt auf dem Weg zu einer kinderfreundlichen Gesellschaft in Deutschland“, sagte die Vorstandsvorsitzende Claudia Obele in ihrer Begrüßung. Dies betreffe zum Beispiel die Bekämpfung von Kinderarmut, die Unterstützung von Familien, insbesondere von Alleinerziehenden, den Schutz von Kindern vor Gewalt und Missbrauch oder vielerorts auch die ungenügenden Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder.

Das 14. High-Village-Familienfest stand unter dem Motto „Gemeinsam sind wir einzigartig“. Und das in einer Zeit, in der viele doch eher sagen würden „Ich bin einzigartig“. Nie sei der Drang zur Selbstdarstellung so weit verbreitet gewesen, so Obele. Über das Internet und durch Fotos von sich selbst in jeder Lebenslage würden sich viele als Größte, Beste und als einzigartig darstellen. Dass Jugendliche das machen sei verständlich. Sie seien auf der Suche nach sich selbst, ihren Besonderheiten und ihrer Individualität. Dass aber auch Erwachsene sich ebenfalls inszenierten, findet Obele befremdlich und fragt: „Macht das nicht einsam?“ Schließlich brauche der Mensch andere Menschen, um sich in seiner Einzigartigkeit überhaupt erleben und erfahren zu können. Sie zitierte den Philosophen Martin Buber, nachdem „das Ich erst durch das Du zum Menschen wird“. Einzigartig sein funktioniere nur in der Gemeinschaft, schlussfolgerte Obele. Dann aber sei es besonders schön.

Gemeinsame Erfolgserlebnisse

„Wir in der Jugendhilfe machen täglich die Erfahrung, wie gut es Kindern und Jugendlichen tut, ihnen gemeinsam einzigartige Erfolgserlebnisse zu vermitteln, sie gelingende Gruppenerfahrungen machen zu lassen und sie dabei zu unterstützen, sich als einen wichtigen Teil einer Gemeinschaft zu erleben und eben nicht einsam zu bleiben“, betonte Obele. Sei es zusammen zu kochen oder gemeinsam eine Kletteraktion zu bewältigen. Die Jugendhilfe unterhält nicht nur stationäre Einrichtungen für Kinder und Jugendliche zwischen elf und 18 Jahren in Remseck und Bietigheim-Bissingen, sondern unterstützt rund 250 Familien im kompletten Landkreis.

Auch das High-Village-Fest könne nur über Gemeinschaft gelingen. Mitarbeiter und Jugendliche hätten es vorbereitet und zusammen mit Mitstreitern von der Grundschule, vom Kinderhaus, der Hobbybude, der Tanzwerkstatt, den Inner Wheel Frauen, den Watomis ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Als besondere Gäste trat die jugendliche Cheerleadergruppe „Candy Stars“ aus Ludwigsburg-Kornwestheim auf. Auch hier trägt jeder Einzelne zur Einzigartigkeit der Mischung aus Tanz, Akrobatik, Sport und Artistik bei.

Die sieben Bewohner der Wohngruppe „Waldvögel“ erlaubten einen Blick in ihre WG, in der sie das Zusammenleben lernen, Aufgaben und Verantwortung übernehmen und sich auf das Leben vorbereiten. Zu guter Letzt - und auch das hat Tradition – trat eine Gruppe aus Bewohnern und Mitarbeitern gegen die Remsecker Promis in der Disziplin Säckchen-Zielwurf an. Teamchef Gustav Bohnert (FDP-Stadtrat) führte seine Mannschaft aus Kita-Leiterin Gisela Bühler, Pfarrerin Irmtraud Aebert, FDP-Kreisrätin Erika Schellmann, Grünen Stadträtin Heike Gebbert und dem Hobbybuden-Vorstandsmitglied Gerlinde Leyrer zu einem hauchdünnen Sieg.