Pflegeberufe. „Pflege kann was“ wirbt die aktuelle Kampagne für die vielfältigen Beschäftigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten in der Pflege. Wie die am 18. März vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zeigen, scheint sie Früchte zu tragen: Demnach ist die Zahl der neuen Auszubildenden um zirka
9 Prozent gestiegen. Drei Viertel der zukünftigen Pflegekräfte sind nach wie vor weiblich: Doch auch die Zahl der Männer unter den neuen Auszubildenden ist leicht gestiegen..
Zum Jahresende 2024 befanden sich demnach insgesamt 147.100 Personen in einer Ausbildung zur Pflegefachkraft. Damit hat sich die Zahl der Auszubildenden in der Pflege gegenüber dem Jahresende 2023 (146.900 Pflegeauszubildende) kaum verändert. Allerdings stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2024 gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent oder 5.100 auf rund 59.500 Neuverträge.
Weiterhin vor allem Frauen in einer Pflegeausbildung
Während die Zahl der weiblichen Auszubildenden im Jahr 2024 leicht um 1 Prozent abnahm, stieg die Zahl der männlichen Auszubildenden gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent. Somit waren 74 Prozent der Pflegeauszubildenden Frauen. Im Jahr 2020, dem Jahr der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung, hatte der Frauenanteil bei 76 Prozent gelegen. Damit blieb die Geschlechterverteilung seit der Einführung der neuen Pflegeausbildung weitestgehend konstant.
Generalistischer Ausbildungsberuf, neues Studium
In der Ausbildung zur Pflegefachperson wurden die bis dahin getrennten Ausbildungen in den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in sowie Altenpfleger/-in zum gemeinsamen Berufsbild Pflegefachfrau/-mann zusammengeführt. Seit 2020 wird die Ausbildung an Pflegeschulen und in Krankenhäusern, stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen angeboten und dauert in Vollzeit drei Jahre. Wie bei den meisten Gesundheits- und Pflegeberufen handelt es sich nicht um eine Berufsausbildung innerhalb des dualen Ausbildungssystems.
Neben der beruflichen Pflegeausbildung gibt es die Möglichkeit eines Pflegestudiums an Hochschulen, welches mit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz seit 2024 vergütet und finanziert wird. An einigen Hochschulen konnte das Pflegestudium bereits vor dem Jahr 2024 begonnen werden, ab 2024 setzte die Finanzierung ein. Das duale Studium verbindet praktische und theoretische Inhalte und schließt mit dem akademischen Grad eines Bachelors ab. Die staatliche Prüfung zur Erlangung der Berufszulassung ist Bestandteil der hochschulischen Prüfung. Die Berufsbezeichnung „Pflegefachfrau“ beziehungsweise „Pflegefachmann“ kann mit dem akademischen Grad geführt werden.
Erstmals vorläufige Ergebnisse zum Pflegestudium
Für das Jahr 2024 liegen erstmals vorläufige Ergebnisse zum Pflegestudium im Bachelorstudiengang an Hochschulen vor. Demnach gab es zum Jahresende 2024 rund 1.200 Studenten, davon waren etwa 700 Studienanfänger.
Ziel ist es, mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen
Lisa Paus, Bundesministerin für Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz: „Mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen, ist ein entscheidender Schritt zur Sicherung der pflegerischen Versorgung in Deutschland. Seit der Reform der Pflegeberufe im Jahr 2020 haben wir zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Ausbildung attraktiver zu machen. Besonders unsere Kampagne ‚Pflege kann was‘ informiert gezielt über die vielfältigen Chancen in der Pflege. Ich freue mich, dass 2024 mit einer beeindruckenden Steigerung von 9 Prozent nun 59.500 Menschen eine Ausbildung in der Pflege begonnen haben – ein neuer Höchststand, der zeigt, dass unsere Anstrengungen wirken und die Pflege weiterhin an Attraktivität gewinnt.“
Informationen zum Beruf „Pflegefachmann/-frau“ sind im Internetangebot der Bundesagentur für Arbeit verfügbar. Weiterführende Informationen stellt das Bundesinstitut für Berufsbildung zur Verfügung, das die Einführung der Pflegeberufe nach dem Pflegeberufegesetz begleitet.
