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„Wasser ist für uns ein Lebenselixier“

Schweitzer-Chemie in Freiberg wächst auch in Coronazeiten weiter, auch personell: 200. Mitarbeiter eingestellt

Bei Schweitzer-Chemie in Freiberg werden 5000 Wasserproben im Jahr untersucht. Dabei geht es um Wasserwerte, wie pH-Wert, Gesamthärte, Säurekapazität, Karbonathärte, Kationen wie Eisen, Kuper, Zink und Aluminium. Und nicht zuletzt um Bakterien und Vi
Bei Schweitzer-Chemie in Freiberg werden 5000 Wasserproben im Jahr untersucht. Dabei geht es um Wasserwerte, wie pH-Wert, Gesamthärte, Säurekapazität, Karbonathärte, Kationen wie Eisen, Kuper, Zink und Aluminium. Und nicht zuletzt um Bakterien und Viren. . Foto: Schweitzer Chemie

Freiberg. Bei der Schweitzer-Chemie in Freiberg dreht sich alles um eine kostbare Ressource, der im Alltag aller Menschen und in den vielen industriellen Prozessen eine grundlegende Bedeutung zukommt: Wasser, eines der wichtigsten Moleküle in der Natur. „Wasser ist für uns ein Lebenselixie“, sagt Wolfgang Eggerl. „Wir wollen den Dingen auf den Grund gehen“, betont der kaufmännische Geschäftsführer der Schweitzer-Chemie – für die Gesundheit der Menschen und den Schutz der Umwelt.

Das Freiberger Unternehmen, das im Januar 20 Jahre alt wird, bietet ganzheitliche Lösungen rund um die Themen industrielle Wasseraufbereitung und -behandlung an, und hat sich damit zu einem führenden mittelständischen Ansprechpartner in Deutschland entwickelt. Das Hauptgeschäfts liegt im Bereich von Kühlwassersystemen und Raumlufttechnischen Anlagen – und ist damit essenzieller Bestandteil fast aller Produktions- und Bürogebäude.

Die Schweitzer-Chemie zählt mittlerweile fast 9300 Unternehmen zu ihrem Kundenstamm. „Pro Tag gewinnen wir im Schnitt 2,5 Kunden hinzu“, sagt Eggerl. „Viele kleine und mittelständische Unternehmen, aber auch große Industriebetriebe verlassen sich auf unsere Leistungen, um zuverlässig ihrem Geschäft nachkommen zu können“, betont der kaufmännische Geschäftsführer. Als Full-Service-Dienstleister sorgt Schweitzer mit chemischen Spezialprodukten, moderner Anlagentechnik und umfassendem Service – von der Montage bis zur Systemsanierung – für einen hygienisch und technisch einwandfreien Betrieb wasserführender Systeme bei Kunden in den verschiedensten Industrien. Ob in der Automobil- oder Lebensmittelbranche oder auch in der verarbeitenden Industrie: Die Schweitzer-Chemie ist überall da, wo Wasser als Werksstoff eingesetzt wird. Dabei haben die Kunden unterschiedliche Anforderungen, abhängig davon in welchen Systemen – Kühlsystem, Luftbefeuchtung oder Dampfkessel – das Wasser verwendet wird.

„Wasser ist nicht gleich Wasser“, führt Eggerl aus. Ob es nun um Salz- oder Süßwasser, Regen- oder Brunnenwasser, Stadt oder Land geht. Auch in Freiberg könne sich zum Beispiel das Trinkwasser von Stadtteil zu Stadtteil inhaltlich unterscheiden. Richtig findet er die strengen Vorschriften in Deutschland für das Trinkwasser.

Über 100 Servicetechniker und Vertriebsleute sind in den unterschiedlichsten Branchen im Einsatz. Dieses dichte Vertriebs- und Servicenetz ist nach Firmenangaben in der deutschen Wasserbranche richtungsweisend und sorgt dafür, dass Produktionsprozesse effizient und zuverlässig ablaufen, dabei keine Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren in die Umwelt gelangen können. Kalk und Korrosion sind Themen, aber auch biologische Filme oder Legionellen. Mehr als 5000 individuelle Wasseranalysen macht Schweitzer-Chemie jährlich, um Probleme der Kunden zu lösen. Um die Ergebnisse einer Wasseranalyse zu verstehen und richtig zu interpretieren, bedarf es zusätzlicher Daten und Informationen über das jeweilige System. Nur so können die Labormitarbeiter der Schweitzer-Chemie direkt eine erste Einschätzung über den Zustand der untersuchten wasserführenden Systeme geben.

Und Schweitzer-Chemie wächst. „In den vergangenen zwei Jahren ist unser Umsatz um 25 Prozent gewachsen“, sagt Wolfgang Eggerl – auf knapp 26,2 Millionen Euro. „Ein gutes Unternehmen verdoppelt seinen Umsatz in zehn Jahren“, betont der Geschäftsführer. Auch im Coronajahr 2020 will Schweitzer-Chemie am Jahresziel von drei bis fünf Prozent festhalten. „Wir sind im Frühjahr voll in die Krise reingerutscht, holen jetzt aber stark auf“, sagt Eggerl. „Im August haben wir wieder Wachstum generiert.“

Nicht nur das, Schweitzer-Chemie ist während der Coronakrise auch personell gewachsen. Während sich zahlreiche deutsche Weltkonzerne während der Krise mit Zahlen zum Stellenabbau überboten haben, stellt der Mittelständler Mitarbeiter ein. „Gerade während aktuellen gesamtwirtschaftlichen Lage im Zusammenhang mit Covid-19 freuen wir uns umso mehr, auch personell wachsen zu können“, sagt Bernd Schweitzer. Das ist nicht selbstverständlich“, betont der Firmengründer und Geschäftsführer.

„Im September haben wir unseren 200. Mitarbeiter eingestellt“, sagt Saskia Hald. „Bis Jahresende werden wir wohl bei 206 Angestellten landen“, schätzt die HR-Leiterin der Schweitzer-Chemie. Darunter Servicetechniker und -technikerinnen, Labor-, Vertriebs- und Innendienstleute. So findet im Laborbereich derzeit ein munteres Stühle- und Schreibtischrücken statt, um neue Mitarbeiter unterzubringen. Im neuen Lehrjahr gibt es zudem vier Auszubildende. „Wir haben den ersten weiblichen Azubi für Wasserversorgungstechnik, freut sich Hald. Ein recht neuer, wenig bekannter Ausbildungsberuf.

Was die Zukunft angeht, sind Schweitzer und Eggerl sehr zuversichtlich, sehen ihr Unternehmen gut gerüstet für die Zeit nach Corona. „Jede Krise ist auch eine Chance. Wenn es los geht, müssen wir am Start stehen“, sagt Eggerl. „Nach jeder Krise haben wir ein zweistelliges Wachstum erzielt“, sagt er im Rückblick auf die Krisen nach den El-Kaida-Angriffen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington im September 2001 sowie auf die Weltfinanzkrise 2007/2008.

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