Logo

Kooperation

Wertvoller Partner für die Schüler

Die ersten Gemeinschaftsschüler der Oscar-Paret-Schule (OPS) in Freiberg haben jetzt die letzte Klassenstufe erreicht. Doch was folgt danach? Ausbildung, Realschulabschluss, Fachhochschulreife oder Abitur? Um ihnen bei der Orientierung zu helfen, haben Vertreter der OPS und der Erich-Bracher-Schule in Pattonville gestern eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

350_0900_20518_Essig_20180924_A43I3402.jpg
Sabine Sommer, Leiterin der Abteilung Gemeinschaftsschule an der OPS, und Oliver Schmider, Leiter der EBS, unterzeichnen den Kooperationsvertrag im Beisein von Schülerinnen, Lehrerinnen sowie Bürgermeister Dirk Schaible (hinten links) und Schulrat Markus Klein. Foto: Andreas Essig

Freiberg/Pattonville. Es war im Schuljahr 2013/2014, als an der OPS die Gemeinschaftsschule an den Start ging. 400 Kinder und Jugendliche besuchen dort mittlerweile diese Schulart, 88 davon sind jetzt in der zehnten und damit letzten Klassenstufe angekommen. 25 von ihnen streben das Abitur an, 45 wollen den Mittlere Reife machen und 18 den Hauptschulabschluss. „Wir wollen den Schülern einen nahtlosen Übergang bereiten“, sagte Sabine Sommer, Leiterin der Abteilung Gemeinschaftsschule an der OPS. Dafür gebe es bereits verschiedene Kurse und Kooperationen. Mit der Erich-Bracher-Schule (EBS) habe man jetzt einen weiteren wichtigen Partner gewinnen können. Ein Partner, der für die Schüler besonders wertvoll sein kann. Denn: Während die Hälfte der Schüler, die nächstes Jahr die Freiberger Gemeinschaftsschule verlassen, direkt in die Berufsausbildung geht, will die andere Hälfte ihre Schulkarriere fortsetzen. Und dafür bietet die EBS nahezu alle Voraussetzungen.

„Berufliche Schulen haben ein breites Spektrum an Anschlussmöglichkeiten. Was uns auszeichnet, sind die Berufskollegs, die zur Fachhochschulreife führen und das Wirtschaftsgymnasium“, sagte Oliver Schmider, Leiter der EBS. Die räumliche Distanz zwischen Freiberg und Pattonville sei mit S-Bahn und Bus schnell überbrückt. Zudem könne man sich an der EBS „sehr wohlfühlen“.

Die Kooperation zwischen den beiden Schulen umfasse mit den Themenfeldern Information, Hospitation und Anschlussfähigkeit drei Säulen. Eine umfassende Information aller Beteiligten sei wesentlich für die Wahl des richtigen Bildungsweges. Sie richte sich an die Eltern, die Schüler und die Lehrer. „Wir kommen künftig an die OPS und stellen den Schülern und Lehrern unser Bildungsangebot vor“, kündigte Schmider an.

Unter dem Stichwort Hospitation gelte es, den Schülern die Tür zur Erich-Bracher-Schule aufzumachen. Um ihnen einen Einblick in den Schulalltag des jeweiligen Bildungswegs zu geben, sollen die Schüler die Möglichkeit bekommen, einen Schultag dort mitzuerleben. Auf diese Weise würden sie nicht nur mit den Schülern, sondern auch mit den Lehrern in Kontakt kommen und könnten sich gezielt ihre Fragen zum jeweiligen Bildungsangebot beantworten lassen.

Ebenso wichtig sei der Bereich Anschlussfähigkeit. Da die Schülerschaft in der Gemeinschaftsschule sehr heterogen ist, sei es wichtig, sie unter einen Hut zu bekommen. Um ihnen den Übergang von der einen in die andere Schule möglichst reibungslos zu gestalten, tauschen sich die Lehrer aus.

Bürgermeister Dirk Schaible erinnerte daran, dass die OPS die zweite Schule im Landkreis Ludwigsburg war, die sich für die Einführung der Gemeinschaftsschule entschieden hat. Die Schüler des ersten Jahrgangs bezeichnete er als „Pioniere, die sich nicht auf einem breiten und asphaltierten Weg befinden, sondern auch mal nach neuen Wegen suchen müssen“. Es sei toll, dass sie sich auf dieses Wagnis eingelassen hätten. Umso wichtiger sei die jetzt beginnende Kooperation zwischen den beiden Schulen.

Schulrat Markus Klein vom Staatlichen Schulamt Ludwigsburg überbrachte seine Glückwünsche zu der Zusammenarbeit, von der vor allem die Schüler profitieren würden. Es sei wichtig, sich darüber informieren zu können, welche Möglichkeiten der Bildung sich nach der Gemeinschaftsschule bieten. „Jedes Engagement in die Begleitung der Schüler ist lohnenswert für deren Lernbiografie“, sagte er.