Kreis Ludwigsburg. Wie sind die Haushalte in Deutschland verteilt?
Verteilte Einzelhaushalte
Eine aktuelle Studie des Statistischen Bundesamtes zeigt: die Zahl der Alleinlebenden ist in den letzten 20 Jahren um circa 22 Prozent gestiegen. Rund 17, 3 Millionen – das ist somit jede fünfte Person in Deutschland. Damit ist die Zahl der Alleinlebenden deutlich gestiegen – 2005 waren es noch rund 17 Prozent. Vor allem ältere Menschen leben häufiger allein: In der Altersgruppe 65+ wohnte im Jahr 2025 gut jede dritte Person in einem Einzelhaushalt, bei den mindestens 85-Jährigen war es sogar jede zweite Person (55,8 Prozent). Auch bei den jungen Erwachsenen zwischen 225 und 34 Jahren war der Anteil mit 28,7 Prozent überdurchschnittlich hoch. Frauen lebten hier etwas häufiger allein als Männer.
Großstadt versus Land
Konkret lässt sich festhalten: je größer der Wohnort, desto höher ist auch der Anteil alleinlebender Menschen. So lebte in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern ein Viertel alleine. Bei mittelgroßen Gemeinden lag der Anteil bei etwa einem Fünftel, also 20 Prozent.
In kleineren Gemeinden unter 20000 Einwohnern war der Anteil der Alleinlebenden mit 17,2 Prozent am wenigsten. Interessant ist auch der Vergleich zu anderen EU-Staaten: So lebten in Deutschland anteilig deutlich mehr Menschen alleine als in den meisten anderen Staaten der EU. Nur in Litauen, Finnland, Dänemark, Estland und Schweden lebten vergleichsweise mehr Menschen in Einzelhaushalte als in Deutschland. Mehrpersonenhaushalte ohne Kinder sind etwa 32 Prozent und Haushalte mit Kindern betragen rund 27 Prozent.
Wohnfläche verändert sich
Auch im Bereich der durchschnittlichen Wohnungsgröße gibt es Änderungen: so wird die durchschnittliche Größe in Deutschland in den kommenden Jahren wieder sinken. So erhöhte sich zwischen 1965 und 2024 die Wohnungsgröße laut DIW noch um mehr als ein Drittel, nämlich von 69 auf 94 Quadratmetern, aber das soll auf langfristige Sicht wieder zurückgehen.
Seit 2005 werden Neubauwohnungen laut Berliner Forscher wieder kleiner: so soll bis 2050 die durchschnittliche Wohnung etwa sechs Quadratmeter kleiner sein als heute und damit bei etwa 88,5 Quadratmetern liegen. Bei Ein-oder Zweifamilienhäusern wird sich der Anstieg der Wohnfläche hingegen erweitern. Obwohl die durchschnittliche Haushaltsgröße geschrumpft ist, dominieren im Bestand nach wie vor große Wohnungen: kleine Wohnungen mit ein bis drei Zimmern machen gerade einmal weniger als 30 Prozent aus. Die Folge: Der Wohnungsmarkt passt sich den Gegebenheiten an.
Neue Wohnungen werden kleiner, gut geschnitten und energieeffizient sein. Sie sind dann die zentrale Wohnform der Zukunft. Denn kleinere Haushalte führen zu einer höheren Nachfrage nach kleineren Wohnungen. Für den Kreis Ludwigsburg heißt das konkret: Der Anteil von Haushalten mit mehr als drei Personen ist deutlich höher ausgeprägt als die durchschnittliche Haushaltsgröße wie zum Beispiel in Großstädten wie Stuttgart. Auch der Anteil Alleinlebender ist in kleineren Städten und Gemeinden deutlich niedriger als in Großstädten.
Was sind die Wünsche der Deutschen?
Eine aktuelle Studie vom Verband der Sparda-Banken in Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft Köln hat die Wünsche der Deutschen zusammengefasst.
Der Wunsch nach Grün
Viele Deutsche wünschen sich trotz der anhaltenden Urbanisierung ein eigenes Haus im Grünen. Vor allem Familien und junge Menschen hegen dieses Bedürfnis. Die Realität jedoch: oftmals hohe Preise, ein knapper Wohnraum und die zunehmende Verdichtung führen dazu, dass in den Städten eher zur Miete gewohnt wird. Fast die Hälfte aller Haushalte in Großstädten wenden mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für das Wohnen auf. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum bleibt ungebrochen. Für Investoren bedeutet dies: Projekte mit Fokus auf kosteneffizientes und dennoch qualitätsvolles Wohnen bleiben stark gefragt.
Das Homeoffice hat einen indirekten Einfluss auf die Wohnstandortpräferenz: Arbeitnehmer pendeln lieber länger in die Arbeit, wenn sie nicht täglich ins Büro müssen. Das macht umliegende, ländliche Regionen besonders beliebt. Auch die Nachfrage nach dem Wohnumfeld wird immer wichtiger: Eine gute Nahversorgung, Mobilitätsangebote und Grünflächen sowie eine soziale Infrastruktur werden zusehends wichtiger. Auch die Nachfrage zu barrierefreien, altersgerechten Wohnformen steigt. Viele ältere Menschen möchten so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld wohnen bleiben.
Das Fazit: Der Traum nach Eigenheim bleibt bestehen. rund 40 Prozent der Befragten glauben, dass sie sich diesen Traum in den nächsten zehn Jahren erfüllen bzw. leisten können. Neue Modelle wie Baugruppen, genossenschaftliches Eigentum oder geförderter Erwerb könnten nun stärker unterstützt werden. (db)
