Kreis Ludwigsburg. Zwischen dem Silvesterabend, 18 Uhr, und dem Neujahrsmorgen, 8 Uhr, verzeichnete das Polizeipräsidium Ludwigsburg in seinem Zuständigkeitsbereich, der die Kreise Ludwigsburg und Böblingen umfasst, etwa 300 Einsätze, von denen mit 140 knapp die Hälfte Bezug zu Silvester hatten (zum Vergleich: Beim Jahreswechsel auf 2025 waren es rund 130 Einsätze mit Bezug zur Silvesternacht).
Böller in Mülltonnen und Briefkästen geworfen
Überwiegend mussten die Einsatzkräfte wegen Ruhestörungen, Streitigkeiten sowie kleineren Bränden und Sachbeschädigungen ausrücken. Dabei war nicht immer eindeutig nachvollziehbar, ob Brände vorsätzlich oder fahrlässig verursacht wurden, heißt es in der Mitteilung. So wurden beispielsweise mehrfach Brände von Hecken, Zäunen oder auf Balkonen registriert, die zwar auf Pyrotechnik zurückzuführen sind, jedoch auch fahrlässig entstanden sein könnten. Dem gegenüber gerieten allerdings flächendeckend zahlreiche Mülltonnen, Mülleimer sowie Briefkästen in Brand oder wurden mutmaßlich mit Feuerwerkskörpern „gesprengt“, so dass hier von vorsätzlichen Taten auszugehen ist. Eine genaue Schadenssumme liegt derzeit nicht vor.
Gegen Sprengstoffgesetz verstoßen
Vereinzelt wurden bei Kontrollen Schreckschusswaffen festgestellt, die ohne kleinen Waffenschein und somit unerlaubt mitgeführt wurden. Ebenfalls wurden teilweise Feuerwerkskörper der erlaubnispflichtigen Kategorie F4 beschlagnahmt, da entsprechende Genehmigungen nicht vorlagen. In diesen Fällen werden Anzeigen gegen das Waffen- beziehungsweise das Sprengstoffgesetz erstattet.
Mercedes gerät in Brand
Während es im Landkreis Böblingen überwiegend eher bei kleineren Vorkommnissen blieb, waren im Landkreis Ludwigsburg einige gravierendere Fälle zu verzeichnen.
Bereits am Silvesterabend gegen 22 Uhr geriet beispielsweise ein Mercedes in Brand, der in der Hospitalstraße in Ludwigsburg geparkt war. Ursächlich war mutmaßlich ein Feuerwerkskörper, der durch ein geöffnetes Fenster im Inneren des Autos landete. Die Feuerwehr löschte den Brand, der Mercedes wurde abgeschleppt.
Brand in Korntal-Münchingen
Kurz vor 1 Uhr kam es aus ungeklärter Ursache zum Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Johannes-Daur-Straße in Korntal-Münchingen. Entgegen der ersten Pressemitteilung
konnten vier Personen ihre Wohnungen aufgrund des Brandes nicht verlassen und wurden von der Feuerwehr über eine Drehleiter gerettet. Insgesamt 14 Personen wurden vom Rettungsdienst medizinisch untersucht. Vier der Personen waren leicht verletzt, konnten nach ambulanter Versorgung allerdings wieder entlassen werden. Der Verdacht, dass auch drei Angehörige der Feuerwehr verletzt worden sein könnten, bestätigte sich nicht.
Gartenmöbel geraten in Brand
Rund eine halbe Stunde später rückten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei zum Brand auf der Dachterrasse eines Mehrfamilienhauses im Washingtonring in Pattonville aus. Mutmaßlich durch gezündetes Feuerwerk gerieten Gartenmöbel und Holzdielen in Brand und wurden von der Feuerwehr gelöscht. Die Flammen griffen nicht auf das Gebäude über, der Schaden wird auf etwa 5.000 Euro geschätzt.
Feuer in unbewohntem Gebäude
Gegen 2.20 Uhr wurde ein Brand in einem unbewohnten Gebäude in der Hospitalstraße in Ludwigsburg gemeldet, den die Feuerwehr löschen und dadurch verhindern konnte, dass die Flammen auf benachbarte Gebäude übergriffen. Nach aktuellem Ermittlungsstand ist nicht auszuschließen, dass der Brand durch einen Feuerwerkskörper verursacht worden sein könnte. Da das Gebäude leer stand, wurden keine Personen verletzt oder gefährdet. Der Schaden dürfte sich laut Polizei auf rund 50.000 Euro belaufen. (red)
