Marbach. Einsatzkräfte der Polizeireviere Leonberg und Marbach bekamen es am Montag in den frühen Morgenstunden mit einer äußerst aggressiven Familie zu tun.
Wie die Polizei berichtet, war einer zivilen Streifenwagenbesatzung gegen 1 Uhr ein Mercedes GLE in Leonberg aufgefallen, weil er zu schnell unterwegs war. Aufgrund dessen nahmen die beiden Polizeibeamten die Verfolgung auf.
Polizisten folgen mit Blaulicht und Martinshorn
Auf der Landesstraße in Richtung Ditzingen beschleunigte der Fahrer laut Polizei auf etwa 200 Stundenkilometer. Auch auf der Autobahn in Richtung Heilbronn fuhr der Fahrer viel zu schnell. In Pleidelsheim fuhr er von der A 81 und dann sofort wieder auf die Autobahn, dieses Mal in Richtung Stuttgart. Als die Polizeibeamten Blaulicht und Martinshorn einschalteten, beschleunigte der Fahrer noch mehr. An der Ausfahrt Ludwigsburg-Süd brachen die Beamten die Verfolgung ab, weil das Risiko zu hoch war, teilte die Polizei mit.
Familie verhindert Kontakt mit Fahrer
Knapp zwei Stunden später konnte der Mercedes schließlich vor einem Wohngebäude in Marbach festgestellt werden. Familienangehörige verhinderten, dass die Beamten mit dem Halter des Mercedes, der vermutlich das Auto auch gefahren war, sprechen konnten. Nach Einholung einer staatsanwaltschaftlichen Anordnung betraten die Einsatzkräfte die Räume, in denen sich der 24-Jährige aufhielt.
Als sie unter anderem sein Handy und seinen Führerschein beschlagnahmen wollten, widersetzte sich nicht nur der 24-Jährige diesen Maßnahmen. Auch ein 32-jähriger und ein 67-jähriger Angehöriger griffen die Polizeibeamten an. Einem Beamten wurde ins Gesicht geschlagen und er wurde umgerissen, während ein 29-jähriger Angehöriger den Einsatz mit seinem Handy filmte.
Zwei Beamte leicht verletzt
Schließlich konnten die Einsatzkräfte ihre Maßnahmen durchsetzen. Zwei Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen. Der 24-Jährige wurde vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte dauern an.
Die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg, Telefon (0711) 68690 oder E-Mail stuttgart-vaihingen.vpi@polizei.bwl.de, bittet Verkehrsteilnehmende, die die Fahrweise des Mercedes-Fahrers beobachtet haben, durch sie gefährdet oder gar geschädigt wurden, sich zu melden. (red)
