1. Startseite
  2. Lokales
  3. Blaulicht und Verkehrsmeldungen
Logo

Mehrere Vorfälle
Körperverletzung nach queerfeindlichen Beleidigungen in Ludwigsburg

Auf dem Akademiehof soll es zu queerfeindlichen Auseinandersetzungen gekommen sein.
Auf dem Akademiehof soll es zu queerfeindlichen Auseinandersetzungen gekommen sein. Foto: Holm Wolschendorf (Archiv)
Gegen einen 15-Jährigen sowie zwei noch unbekannte Täter ermittelt die Kriminalpolizei unter anderem wegen Körperverletzung sowie queerfeindlicher Beleidigung.

Ludwigsburg. Ein 25 Jahre alter Mann verteilte nach Mitteilung der Polizei am Donnerstag, 23. Juli, in der Ludwigsburger Innenstadt Lebensmittel an Bedürftige. Dabei bot er auch zwei mutmaßlich Jugendlichen Essen an. Diese nahmen das Angebot zunächst an, warfen es dann aber in Richtung des 25-Jährigen und äußerten homophobe Beleidigungen.

Am Freitag, 24. Juli, gegen 22.15 Uhr traf der 25-Jährige auf dem Akademiehof erneut auf die beiden Jugendlichen sowie einen weiteren noch unbekannten jungen Mann. Einer der Tatverdächtigen äußerte sich abermals diskriminierend über die sexuelle Orientierung sowie über das äußere Erscheinungsbild des 25-Jährigen. Anschließend verfolgten die drei unbekannten Täter den 25-Jährigen bis in den Bereich des Gewächshauswegs, wo einer der Täter den Mann unvermittelt am Kragen packte und ihm mehrmals mit der Faust ins Gesicht schlug. Der 25-Jährige konnte sich während des Gerangels aus dem Griff des Angreifers befreien und flüchten. Er erlitt Verletzungen und wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus verbracht.

Am Mittwoch, 29. Juli, gegen 22.30 Uhr meldete ein Zeuge der Polizei, dass sich zwei der Täter erneut auf dem Akademiehof in Ludwigsburg aufhalten würden.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte flüchteten die beiden jungen Männer. Einer der beiden, ein 15-Jähriger, konnte nach einer kurzen Verfolgung vorläufig festgenommen werden. Er wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in die Obhut seiner Eltern entlassen.

Die Ermittlungen zu den beiden weiteren Tatverdächtigen dauern derzeit an. Einer der beiden wird als etwa 17 bis 19 Jahre alt, 1,60 Meter groß und korpulenter Statur beschrieben. Er soll einen dunkleren Teint haben und mit einem grau-schwarzen T-Shirt, sowie einer grau-schwarzen Jogginghose bekleidet gewesen sein.

Zeugen melden sich bei der Kriminalpolizei unter Telefon (0800) 1100225 oder per E-Mail an hinweise.kripo.ludwigsburg@polizei.bwl.de.

Oberbürgermeister Matthias Knecht verurteilt den Angriff auf den 25-Jährigen: „Der Schutz aller Menschen hat in unserer Stadt oberste Priorität“, so Knecht. Der körperliche Angriff auf den 25-Jährigen sei „erschütternd und durch nichts zu rechtfertigen. Ich verurteile diese Tat aufs Schärfste. Für Hass, Diskriminierung und Gewalt gibt es in Ludwigsburg keinen Platz. Unsere Stadt ist weltoffen, vielfältig und steht für ein sicheres Zusammenleben aller Menschen. Verbale Angriffe oder Gewalt wegen des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung sind genauso wenig akzeptabel wie wegen anderer Diskriminierungsgründe. Solche Taten müssen mit aller Entschiedenheit strafrechtlich verfolgt werden.“

Knecht kündigte an, unter anderem mit den fünf Hochschulen und der Polizei ins Gespräch zu gehen.

Es ist nicht der erste queerfeindliche Vorfall in jüngster Zeit. Erst vor wenigen Tagen gab es einen Fall in Asperg. (red)