Ludwigsburg. „Medizinische Erstversorgung – Geburt!“ So lautete die Meldung am Montagabend in der Hauptfeuerwache in der Marienstraße, als der Alarmgong ertönte.
Die Einsatzstelle befand sich nur wenige Meter von der Feuerwache entfernt – an der Bushaltestelle in der Heilbronner Straße. Für die Einsatzkräfte begann der routinierte Ablauf: Treffen in der Fahrzeughalle, medizinische Notfallrucksäcke aufnehmen und die Einsatzstelle zu Fuß anlaufen. Dank der unmittelbaren Nähe vergingen nur wenige Augenblicke bis zum Eintreffen, so die Feuerwehr in einer Mitteilung.
Einsatzkräfte sind Rettungssanitäter
Da alle hauptberuflichen Einsatzkräfte der Feuerwehr Ludwigsburg mindestens als Rettungssanitäter oder höher qualifiziertes medizinisches Personal ausgebildet sind, gehören medizinische Erstversorgungen zum Einsatzspektrum. Dass sie an diesem Abend jedoch selbst zu Geburtshelfern werden würden, ahnte zunächst niemand.
Vor Ort trafen die Einsatzkräfte auf ein Ehepaar, das sich mit einem Kleinbus auf dem Weg ins Krankenhaus befand. Doch das Paar schaffte es nicht mehr, rechtzeitig ins Krankenhaus zu kommen. Schnell wurde deutlich, dass keine Zeit mehr blieb – das Köpfchen des Kindes war bereits zu sehen. Da der parallel alarmierte Rettungswagen noch auf der Anfahrt war, übernahmen die Einsatzkräfte der Feuerwehr die medizinische Versorgung und begleiteten die Geburt.
Erfahrene Väter begleiten Geburt
„Mit vereinten Kräften, viel Ruhe und Professionalität sowie zahlreichen Handtüchern, die kurzerhand aus der Feuerwache nachgeholt wurden, unterstützten die Feuerwehrangehörigen die werdende Mutter. Dabei half sicherlich auch die Erfahrung einiger Einsatzkräfte, die selbst Väter kleiner Kinder sind“, heißt es in der Mitteilung.
Wenig später war es geschafft: Das Kind erblickte noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes gesund das Licht der Welt. Kurz darauf traf der Rettungswagen ein und übernahm gemeinsam mit dem Notarzt die weitere medizinische Versorgung.
Mutter und Kind waren wohlauf und wurden anschließend gemeinsam mit dem Vater zur weiteren Betreuung in ein nahegelegenes Krankenhaus transportiert. (red)
