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Von Alice Schwarzer gegründet
Deutsches Literaturarchiv Marbach übernimmt Redaktionsarchiv des Magazins Emma

Das Cover der ersten EMMA-Ausgabe vom Januar 1977.
Das Cover der ersten EMMA-Ausgabe vom Januar 1977. Foto: dla Marbach/p
Ein halbes Jahrhundert Frauengeschichte: Das Deutsche Literaturarchiv Marbach übernimmt das Redaktionsarchiv der feministischen Zeitschrift Emma.
Zusammenfassung Neu

• Das Deutsche Literaturarchiv Marbach übernimmt das Redaktionsarchiv des feministischen Magazins Emma als Stiftung.

• Die Übergabe ist für Sommer 2027 geplant.

• Der Bestand dokumentiert die Geschichte der Frauenbewegung und enthält Ausgaben, Briefe und Materialien aus fünf Jahrzehnten.

Unsere Zusammenfassung wurde mit KI erstellt.

Marbach. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach übernimmt das Redaktionsarchiv des feministischen Magazins Emma als Stiftung. Ziel des von Alice Schwarzer (geb. 1942) im Jahr 1977 gegründeten Magazins war es, sich für Gleichberechtigung zu engagieren und gesellschaftspolitische Entwicklungen aus feministischer Perspektive kritisch zu begleiten. In seinen Beiträgen spiegelt es wichtige Debatten aus Politik, Kultur, Medien und Religion wie unter anderem zur Rollenverteilung in der Familie, sexuellen Gewalt sowie Abtreibung beziehungsweise zu dem Paragraphen 218. Dabei stieß die Zeitschrift kontrovers diskutierte Kampagnen an, wie etwa die Porno-Kampagne (1988) um die Auswirkungen von Pornografie auf Frauen und Jugendliche. Das Redaktionsarchiv dokumentiert über ein halbes Jahrhundert die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland, ihre Analysen, Kontroversen und Initiativen.

Im Archiv, das voraussichtlich im Sommer 2027 übergeben wird, befinden sich neben allen erschienenen Einzelausgaben der Zeitschrift auch viele Materialien aus der Gründungszeit (Konzepte, Angebote der Mitarbeit usw.) so wie Korrespondenzen mit Weggefährtinnen, Publizistinnen und Leserinnen, darunter Irmtraud Morgner, Jeannette Lander, Margot Schroeder, Ginka Steinwachs, Margarethe von Trotta und Hedi Wyss. Häufiges Thema in den Briefen und Notizen der frühen Mitarbeiterinnen ist die feministische Literatur und “die Entfaltung weiblicher Kreativität„ als eine der zentralen Aufgaben der Emma. Zum Archiv gehören auch zahlreiche Materialien zu Themen wie Missbrauch von Kindern (ab 1977) und Islamismus (ab 1979). Sämtliche analogen Druckvorlagen der Zeitschrift Emma, eine Plakatsammlung und ein Pressearchiv mit über hundert Ordnern gehören ebenfalls zu diesem Bestand.

Die Gründerin und Herausgeberin der Zeitschrift Emma, Alice Schwarzer, wurde vielfach für ihre publizistische und gesellschaftspolitische Arbeit geehrt, unter anderem als Chevalier dans l‘Ordre National de la Légion d‘Honneur (2004), mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen (2004), dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2005), der Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft (2006), dem Ludwig -Börne-Preis (2008) und dem Europapreis für politische Kultur (2026).