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Kulturregion Stuttgart
Kulturregionale 2026: Spielen, Entdecken und Mitmachen mit „Beyond Fun“

In Kornwestheim präsentiert der Figurentheatermacher Marius Alsleben auf dem Marktplatz seine Arbeit „20 Liter 0“, für die er eine Turmwand aus 35 blauen Kanistern errichtet.
In Kornwestheim präsentiert der Figurentheatermacher Marius Alsleben auf dem Marktplatz seine Arbeit „20 Liter 0“, für die er eine Turmwand aus 35 blauen Kanistern errichtet. Foto: Sophia Baur/p
Vom 19. September bis 10. Oktober wird die Region Stuttgart zum Spielfeld: 24 Kommunen beteiligen sich an „Beyond Fun“ – auch im Kreis Ludwigsburg

Stuttgart. Drei Wochen lang lädt die Kulturregionale „Beyond Fun“ der Kulturregion Stuttgart in 24 Kommunen zum Spielen, Entdecken und Mitmachen ein. Das Programm der künstlerischen Leitung von Laura Oppenhäuser und Nikola Durić verbindet Kunst, Sport und Gaming mit ungewöhnlichen Formaten und schafft zahlreiche Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. „Beyond Fun“ ist die erste Ausgabe der Kulturregionale, unter deren Namen die gemeinsamen Kulturfestivals der KulturRegion Stuttgart künftig stattfinden. Die neue Marke soll die Festivals über die einzelnen Ausgaben hinweg sichtbarer und wiedererkennbarer machen und zugleich die Vielfalt der beteiligten Kommunen unter einem gemeinsamen Dach verbinden.

Matthias Knecht, Vorsitzender der Kulturregion Stuttgart und Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg, erklärt: „Unsere Kulturfestivals haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn die Kommunen einer Region gemeinsam an einem Thema arbeiten. Mit der Kulturregionale geben wir dieser Zusammenarbeit nun einen festen Namen und machen sie als gemeinsames Festivalformat noch sichtbarer.“ Was Spiel für sie bedeutet und welche Möglichkeiten darin liegen, erzählen Laura Oppenhäuser und Nikola Durić: „Was Spielen ist, müssen wir niemandem erklären. Das ist ja das Schöne und darin liegt die Chance: Alle können es, es kann einfach losgehen, kann ja nichts passieren, ist ja nur Spiel. Inzwischen ist uns klar geworden, dass die eigentliche Herausforderung am Spielen ist, es überhaupt zuzulassen. Keine Improvisation, überhaupt keine Handlung funktioniert ohne ein beherztes ,Ja‘.“ Und weiter: „Ohne die Neugier, sich auf etwas einzulassen, loszulassen, ins Unbekannte zu gehen und vielleicht am Ende mal nicht zu gewinnen, etwas nicht zu kontrollieren, nicht zu verstehen, ohne die Bereitschaft, über sich selbst zu lachen, spielt es sich verklemmt und es bleibt beim Schunkeln und beim eingefrorenen Lächeln. Leichter ist es wohl dort, wo Alltagsrealität und Spiel sehr klar voneinander getrennt sind, was vielleicht den Erfolg virtueller Spiele erklärt; da sind wir ja dann wer anders, da ist man, für alle erkennbar, in eine andere Sphäre gestiegen.“ Das Spiel sei auch „ein therapeutisches Programm gegen eine offensichtlich weit verbreitete Angst vor Veränderung“.

Der Verband Region Stuttgart unterstützt die Kulturregionale als regional bedeutsames Kulturprojekt. Das Festivalprogramm reicht von Minigolf und Fußball über Workshops und digitale Spiele bis hin zu künstlerischen Interventionen und ungewöhnlichen Begegnungsformaten. Dabei entstehen sowohl Projekte, die eigens für einzelne Kommunen entwickelt wurden, als auch Formate, die mehrere Orte miteinander verbinden. Bettina Pau, Geschäftsführerin der Kulturregion Stuttgart, freut sich besonders auf die Begegnungen vor Ort: „Spiel ist etwas zutiefst Menschliches – und gleichzeitig erstaunlich politisch: Wer spielt, probiert aus, nimmt Regeln an oder stellt sie infrage und erlebt, was möglich wird, wenn man gemeinsam etwas wagt.“

Die offizielle Festival-Eröffnung findet am Samstag, 19. September, um 15.30 Uhr auf dem Kleinen Schlossplatz in Stuttgart statt. Der Eintritt ist frei. Es gibt die Performance „Mete-Lança“ mit Hanna Araujo Ulmer. Danach läuft der Minigolfparcours der Kommunen für alle. Der Betrieb endet mit der Prämierung der Minigolfbahnen. Das zusammengewürfelte Bauteam aus Mitarbeitern der Ludwigsburger Stadtverwaltung wagt sich mit seiner Minigolfbahn erstmals gemeinsam an ein Projekt: eine Bahn, die Lust am Umweg, Sinn für Inszenierung und ein feines Gespür für das Spiel zwischen Ordnung und Überraschung vereint, inspiriert von der barocken Prägung. Die Minigolfbahn für Marbach entstand im August im Jugend-Kultur-Haus planet-x. 300 Kinder beschäftigen sich dort mit Themen wie Klima und Zukunft und wie sie überhaupt die Welt retten können. In einem speziell eingerichteten Workshop dieses Großspielprojektes überlegen, werken und gestalten die Kinder eine wundersam-fantastische Minigolfbahn für die Schiller- und Schülerstadt am Neckar.

Und es gibt weitere Projekte aus dem Ludwigsburger Kreisgebiet. In Bietigheim-Bissingen beteiligt sich die Städtische Galerie mit der Ausstellung „Spielwiese Kunst“, die noch bis 18. Oktober zu sehen ist, am Festival. „Rückpass in die Zukunft“ lautet der Titel eines von TSF Ditzingen veranstalteten Fußballturniers nach den Regeln von 1863, das am Samstag, 26. September, von 10 bis 17 Uhr in der Sportanlage Lehmgrube in Ditzingen stattfindet. In Ludwigsburg gibt es „Level Up“ im Blühenden Barock. Diplom-Psychologe Pascal Kühne organisiert am Samstag, 26. September, von 14 bis 18 Uhr die Retro Games Lounge im Aktionshaus. Der Bauwagen ist von 10 bis 19 Uhr vor Ort. Am 3. Oktober von 12 bis 18 Uhr wird der Arsenalplatz zur Minigolf-Arena. In Kornwestheim präsentiert der Figurentheatermacher Marius Alsleben am Sonntag, 27. September, um 14.45 und 17 Uhr auf dem Marktplatz seine Arbeit „20 Liter 0“, für die er eine Turmwand aus 35 blauen Kanistern errichtet. Mithilfe des Publikums beginnt Alsleben die Kanister neu anzuordnen. In manche singt er hinein und die Objekte antworten ihm. Im öffentlichen Raum entsteht eine sich ständig verändernde Klangskulptur, ein wandernder Kanister-Chor. Für die Fensterfront der Gerlinger Stadtbibliothek entwickelt die Hamburger Künstlerin Ruth May mit Kindern und Jugendlichen der Stadt eine multiperspektivische Karte Gerlingens, in der sich verschiedene Arten, sich den Raum der Stadt und ihrer Umgebung anzueignen, zu einem schillernden Mapping verknüpfen. Schulwege, Geheimpfade, Taubenrouten, Wasserläufe, SMS-Netze, Kanalisation, Lieferwege, Pfifferlingsstellen, Wildwechsel, Wanderwege und Familienodysseen werden an der Glasfassade erstrahlen, „Fenster & Wege“ lautet der Titel des Projekts. Die Vernissage ist am Montag, 5. Oktober, um 16.30 Uhr.

Info: Für zahlreiche Veranstaltungen gibt es im Programmheft Gutschein-Coupons. Weitere Infos unter www.beyondfun.de.