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Bericht im Jugendhilfeausschuss
An Schulen im Kreis Ludwigsburg: Mehr Präventionsangebote gegen Jugendverschuldung

Die Schuldenprävention im Landkreis entwickelt sich weiter positiv. Mit mehr Angeboten, neuen Methoden und gezielter Ansprache erreicht sie immer mehr junge Menschen – und hilft ihnen, finanzielle Schwierigkeiten gar nicht erst entstehen zu lassen.
Die Schuldenprävention im Landkreis entwickelt sich weiter positiv. Mit mehr Angeboten, neuen Methoden und gezielter Ansprache erreicht sie immer mehr junge Menschen – und hilft ihnen, finanzielle Schwierigkeiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Immer mehr Jugendliche nehmen Angebote zur Schuldenprävention wahr. Besonders gefragt sind intensive Workshops und persönliche Beratungsgespräche.

Kreis Ludwigsburg. Immer mehr junge Menschen geraten aus Unwissenheit in finanzielle Schwierigkeiten. Um dem vorzubeugen, setzt die Schuldenprävention und Jugendschuldnerberatung der Schuldnerberatung des Landkreises ihre erfolgreiche Arbeit fort. Schuldnerberater Alexander Hönes stellte am Mittwochnachmittag im Jugendhilfeausschuss die positive Entwicklung der Schuldenpräventionsarbeit für das Jahr 2025 vor.

Mehr Veranstaltungen – steigende Nachfrage

Im Jahr 2025 fanden insgesamt 56 Präventionsveranstaltungen an Schulen statt. Das sind zwei mehr als im Vorjahr und sieben mehr als 2023. Zwar ist die durchschnittliche Teilnehmerzahl pro Termin leicht gesunken – vor allem, weil die Klassen kleiner werden –, insgesamt erreicht das Angebot aber weiterhin viele junge Menschen.

Auffällig ist vor allem die gestiegene Nachfrage der Berufsschulen. Dort wurden deutlich mehr Klassen besucht als in den vergangenen Jahren, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes.

Intensivere Formate kommen gut an

Besonders gefragt war das zweitägige Projekt „Bank und Jugend“: Es wurde mit zehn Veranstaltungen doppelt so häufig gebucht wie im Jahr zuvor. „Der Vorteil liegt auf der Hand: Mehr Zeit ermöglicht es, Inhalte verständlicher und nachhaltiger zu vermitteln. So bleiben wichtige Informationen besser im Gedächtnis“, erläuterte Hönes. Ein Schwerpunkt liegt aktuell auf Klassen ohne Schulabschluss. Diese Gruppen gelten als schwer erreichbar, gleichzeitig ist hier das Risiko für spätere Überschuldung besonders hoch. „Ein niedriger Bildungsabschluss führt oft zu geringerem Einkommen – und damit zu einem höheren finanziellen Risiko. Genau hier setzt die Präventionsarbeit gezielt an“, stellte Hönes fest.

Aktives Mitmachen statt Frontalunterricht

Damit die Inhalte wirklich ankommen, setzt die Schuldenprävention auf aktive Beteiligung. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbstständig, tauschen sich in Gruppen aus und lernen über verschiedene Methoden.

Neu im Jahr 2025: ein interaktives Quiz über die Plattform „Kahoot“. Per Smartphone nehmen die Jugendlichen teil, die Ergebnisse werden direkt angezeigt und anschließend gemeinsam besprochen. So wird Lernen anschaulich und motivierend gestaltet. Die Schuldenprävention startete bereits 2007 als gemeinsames Projekt verschiedener Partner im Landkreis. Später wurde das Angebot auch auf Berufsschulen ausgeweitet. Seit 2020 wird die Präventionsarbeit vollständig vom Landkreis getragen. Schulen können aus vier verschiedenen Bausteinen wählen – je nach Schulart, Zeitbudget und Themenschwerpunkt.

Individuelle Unterstützung gewinnt an Bedeutung

Auch die Jugendschuldnerberatung wird zunehmend genutzt. Über die Schulsozialarbeit finden mehr junge Menschen den Weg in die individuelle Beratung. Dieses Angebot gibt es seit 2021 und hilft dabei, die eigenen Finanzen langfristig selbstständig zu managen.

Durch persönliche Gespräche und praktische Übungen lernen die Jugendlichen, den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten. Dank schneller Terminvergabe können Probleme oft frühzeitig erkannt und gelöst werden, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes. (red)