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Bahn: Kreis soll von Verbesserungen profitieren

Land will Betrieb der Frankenbahn zwischen Heilbronn und Osterburken optimieren – Vorteile sollen auch für hiesige Pendler spürbar sein

Auch im nördlichen Landkreis Ludwigsburg – wie hier in Besigheim – gibt es Probleme auf der Strecke der Frankenbahn. Archivfoto: Alfred Drossel
Auch im nördlichen Landkreis Ludwigsburg – wie hier in Besigheim – gibt es Probleme auf der Strecke der Frankenbahn. Foto: Alfred Drossel

Besigheim/Kirchheim. Welche Verbesserungen sind für den Betrieb der Frankenbahn möglich – und welche Ausbauten sind dafür sinnvoll? Ein vom Land Baden-Württemberg finanziertes Planungskonzept soll nun darüber Aufschluss geben. Allerdings betrifft das nur den Abschnitt der Bahnstrecke zwischen Heilbronn und Osterburken. Laut Aussage des baden-württembergischen Verkehrsministeriums ist ein solches Konzept für die Strecke der Frankenbahn im nördlichen Landkreis Ludwigsburg nicht nötig. Trotzdem könnte die Region profitieren.

Bei einer Telefonkonferenz mit Vertretern des Ministeriums für Verkehr sowie Vertretern des Landkreises Heilbronn, des Neckar-Odenwald-Kreises und der DB Netz AG hatten sich Ende voriger Woche alle Beteiligten dafür ausgesprochen, ein solches Planungskonzept für die Bahnstrecke zwischen Heilbronn und Osterburken auf den Weg zu bringen. „Es sollen vor allem Maßnahmen zur Erhöhung der Pünktlichkeit und zur Kapazitätsausweitung untersucht und die dafür nötigen Erweiterungen der Infrastruktur daraus abgeleitet werden“, teilte das Verkehrsministerium mit. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hob die Bedeutung des Projekts hervor: „Die Frankenbahn erschließt den Nordosten des Landes Baden-Württemberg und hat auch für den überregionalen Bahnverkehr wachsende Bedeutung. Sie ist wichtiger Teil unseres Szenarios, auch in ländlich geprägten Regionen im Sinne des Klimaschutzes mehr Verkehr auf die Schiene zu bekommen. Wir möchten wissen, welche Vorteile die Fahrgäste von Investitionen in die Infrastruktur haben könnten. Daher finanzieren wir eine Studie zu den Zukunftschancen. Ziel ist es, für eine Entscheidung Ausbauvarianten zu ermitteln.“

Verspätungen werden von Nord nach Süd geschleppt

Wäre es da nicht sinnvoll, auch den Streckenabschnitt der Frankenbahn im nördlichen Landkreis Ludwigsburg zu untersuchen? Viele Pendler nutzen hier die Bahn, um zur Arbeit Richtung Stuttgart oder Heilbronn zu fahren. Immer wieder gibt es Probleme mit überfüllten oder verspäteten Zügen – und zwar nicht erst seit dem Anbieterwechsel zu Abellio und Go-Ahead. Doch ein Konzept für Verbesserungen im Betrieb und Ausbauten auf der Strecke ist hier trotzdem nicht angedacht, bestätigt das Verkehrsministerium auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Die Strecke zwischen Heilbronn und Stuttgart ist größtenteils gut ausgebaut. Die Züge, die aus dem nördlichen Teil der Frankenbahn nach Süden fahren, schleppen die Verspätung mit ein. Von einem Infrastrukturausbau im Norden profitiert damit auch der Süden“, teilt ein Pressesprecher der Behörde mit. Darüber hinaus sei der Ballungsraum Stuttgart Teil des Pilotprojektes „Digitaler Knoten Stuttgart“ und solle bis an die Endbahnhöfe der S-Bahn vollständig mit neuerer und leistungsfähigerer Sicherungstechnik ausgestattet werden. „Davon wird der südliche Teil der Strecke konkret profitieren.“

Noch keine Entscheidung über Entschädigung

Darüber hinaus gebe es Überlegungen, nördlich von Bietigheim-Bissingen mit kleineren Projekten die Qualität zu verbessern. Konkret sei dabei aber noch nichts, die Machbarkeit müsse erst noch überprüft werden, teilt das Verkehrsministerium weiter mit.

Für alle Strecken mit Qualitätsproblemen hatte das Land zudem eine einmalige Entschädigung für Abokunden angekündigt (wir berichteten mehrfach). Noch ist allerdings unklar, ob dabei auch die Frankenbahn berücksichtigt wird: „Die Auswahl der Strecken anhand objektiver Qualitätskriterien läuft derzeit noch.“

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