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„Besigheim“ im Flugzeughimmel

Er hat weit mehr als eine Million Fluggäste befördert und war auf 107 Flughäfen anzutreffen: der Canadair Jet 700, der den Namen Besigheims in die Welt hinaustrug. Mittlerweile ist das Flugzeug ausgemustert. Bis ein neuer Flieger auf „Besigheim“ getauft wird, kann es etwas dauern.

Premiere: Bürgermeister Steffen Bühler (vorne links) und Matthias Kleinert enthüllen im Jahr 2004 in Frankfurt den Schriftzug. Archivfotos: Drossel
Premiere: Bürgermeister Steffen Bühler (vorne links) und Matthias Kleinert enthüllen im Jahr 2004 in Frankfurt den Schriftzug. Foto: Drossel
Prost: Ute Bühler tauft die Maschine stilecht mit Besigheimer Sekt.
Prost: Ute Bühler tauft die Maschine stilecht mit Besigheimer Sekt.

Besigheim. Es war für die Stadt Besigheim schon etwas ganz Besonderes, was sich im September 2004 auf dem Frankfurter Flughafen ereignet hat: Eine Lufthansa-Maschine wurde auf den Namen „Besigheim“ getauft. Zu verdanken war das auch Matthias Kleinert, der noch als Daimler-Chrysler- Generalbevollmächtigter seine guten Kontakte für seine Heimatstadt eingesetzt hatte. Bürgermeister Steffen Bühler, der mit seiner Frau Ute zur Taufe nach Frankfurt gefahren war, meinte damals, dass es Besigheim zweifellos längst verdient habe, den schlanken Körper eines Lufthansa-Jets zu verschönern. Und der Name Besigheim wurde auf diese Weise viele Jahre in die Welt hinausgetragen. Im August 2014 habe die Maschine die Flotte verlassen, teilt Lufthansa-Pressesprecherin Sandra Kraft auf Nachfrage mit; sie sei Ende 2014 nach Ljubljana verkauft und dort im darauffolgenden Jahr verwertet worden.

Bis zu ihrem Ausscheiden hat die „Besigheim“ einiges geleistet: Exakt 24.832 Flüge und 25.952 Flugstunden hat sie absolviert. „Man kann davon ausgehen, dass das Flugzeug für Lufthansa weit mehr als eine Million Fluggäste befördert hat“, sagt Sandra Kraft. Die Maschine sei auf insgesamt 107 verschiedenen Flughäfen anzutreffen gewesen – am häufigsten in Frankfurt (7398 Besuche), München (2919), Basel (1342) und Düsseldorf (1242). Darüber hinaus sei die „Besigheim“ in ganz Europa unterwegs gewesen, von Porto bis Jerewan, von Bergen bis Catania.

Die Lufthansa orientiert sich nach eigenen Angaben bei der Namensvergabe an der historischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des betreffenden Orts. Im Allgemeinen werde darauf geachtet, dass die Einwohnerzahl der relativen Größe des Flugzeugmusters entspreche. Beispielsweise fliege eine Boeing 747-8 als „Brandenburg“, ein Airbus .A.321 als „Stade“.

Einmal in den Kreis der Patenstädte aufgenommen, gehe der Name auf ein neues Flugzeug über, wenn die Ursprungsmaschine aus der Flotte ausscheidet. Doch: „Aktuell trägt kein Flugzeug den Namen ‚Besigheim‘“, teilt die Pressesprecherin mit. Die Stadt Besigheim stehe auf der Warteliste für eine Namenübertragung. Wann aber wieder ein Flugzeug mit dem Namen „Besigheim“ abheben wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen – auch nicht, welcher Flugzeugtyp es sein wird.

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