Bietigheim-Bissingen. Mehr als zwei Tonnen Kerzen und Wachsreste haben die katholischen Kirchengemeinden in Bietigheim-Bissingen, Freiberg, Pleidelsheim und Ingersheim seit Februar 2025 gesammelt und über den Verein „dobre“ an die Ukraine gespendet. Vor Ort wurden dann, vorwiegend von Frauen und Jugendlichen, aus den Kerzenresten sogenannte Büchsenlichter hergestellt, um Wärme und Licht in den Bunkern und Schützengräben zu haben oder Essen warmzumachen. Ende Juni konnten nun weitere zwei Tonnen, also rund 90 Bananenkisten an Kerzen und Wachsresten an den Vorsitzenden von „dobre“ im Rheinland, Ralf Link, und sein Team übergeben werden.
Vier Tonnen Hilfe für die Ukraine
Im Oktober 2025 hatte der Verein bereits 600 Kilo Wachs- und Kerzenreste in St. Johannes abgeholt und von Köln aus mit 40-Tonnen-Lastwagen in die Ukraine transportieren lassen. Seither wurde fleißig von sehr vielen Privatpersonen weitergesammelt, auch über die Stadtgrenzen von Bietigheim-Bissingen hinaus: Konfessionsübergreifend sammelten die Kirchen in Tamm und Asperg, die Ludwigsburger Gesamtkirchengemeinde sowie der KAB-Diözesanverband in Stuttgart. Die Malteser aus Stuttgart spendeten zusätzlich noch Verbandsmaterial, Krücken und ein EKG-Gerät.
Kerzen werden zu Büchsenlichtern
Im Moment ist der Bedarf an Kerzenwachs zur Herstellung von Büchsenlichtern in der Ukraine rückläufig, da sich die Kriegsführung mittlerweile verändert hat – von Kämpfen in Schützengräben hin zu Kämpfen mit ferngesteuerten Drohnen. Benötigt werden aber weiterhin noch intakte und nicht angezündete Kerzen als Lichtspender (inklusive Osterkerzen). Künftig liegt der Fokus beim Sammeln aber eher auf Verbands- und Wundversorgungsmaterialien. Angenommen werden beispielsweise abgelaufene Verbandskästen (in der Ukraine gelten andere Regeln) – auch unvollständig, jedoch nur unbenutzte Materialien – und zwar in der katholischen Kirche St. Johannes in Bietigheim-Bissingen im Stadtteil Buch. Dort stehen Bananenkisten zum Füllen bereit. (red)
