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Grausiger Fund
Der Schock über die 17 toten Tiere in Erligheim sitzt tief

Foto: Carola Schubbel - stock.adobe.com
Foto: Carola Schubbel - stock.adobe.com

Erligheim. Sie sind vermutlich verhungert oder verdurstet, die 17 toten Tiere, die in den vergangenen Tagen in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Erligheim entdeckt wurden. „Im Ort herrscht tiefe Betroffenheit“, sagt Rainer Schäuffele. Für den Bürgermeister selbst ist das, was er gemeinsam mit Polizei und Veterinäramt in den Stallungen sehen musste, auch Tage danach nur schwer in Worte zu fassen. Bis auf ein Schwein sind alle Tiere – Rinder, Hühner und Schweine – qualvoll verendet, sie hatten weder genügend Wasser noch Futter, teilte das Landratsamt Ludwigsburg am Freitagabend mit.

„Unfassbar schrecklich“

Der kleine Nebenerwerbsbetrieb ist mitten in einem Wohngebiet angesiedelt. Der Tierhaltung des Erligheimers stand immer wieder im Fokus. „Der Fall ist seit Jahren in Erligheim bekannt“, sagt Schäuffele. Es hätten sich in der Vergangenheit viele Nachbarn beim Veterinäramt gemeldet, die Behörden seien auch vor Ort gewesen. Die Tierrechtsorganisation Peta, die Strafanzeige erstattet hat, meint, dass es häufig Beschwerden wegen schreiender Tiere und Gestank aus den Ställen gegeben habe. In letzter Zeit sei es ruhig gewesen und es seien keine Tiere auf den Weiden gesehen worden. Einige dachten wohl, dass die Tiere woanders untergebracht oder geschlachtet worden seien. Schäuffele selbst kennt den Mann schon lange und weiß auch von seinen persönlichen Problemen. Er habe aber den Eindruck gehabt, dass ihm die Tiere wichtig gewesen seien. Dass so viele Tiere auf dem Hof untergebracht waren, hat viele Nachbarn überrascht. „Das, was passiert ist, ist unfassbar schrecklich“, sagt der Bürgermeister. So etwas dürfe einfach nicht passieren.

Das Veterinäramt hat dem Erligheimer Landwirt jetzt ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen. Momentan laufen noch die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. (kau)