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Detailgetreue Naturbilder statt Graffiti

Die gebürtige Walheimerin Janine Trapp verschönert im Auftrag der Netze BW Trafohäuschen in Walheim und Bönnigheim

Janine Trapp verschönert das Trafohäuschen in der Bönnigheimer Schlossbergallee. Das rechte Motiv ist auf einem Trafohäuschen in der Heilbronner Straße in Walheim zu sehen.Fotos: Alfred Drossel
Janine Trapp verschönert das Trafohäuschen in der Bönnigheimer Schlossbergallee. Das rechte Motiv ist auf einem Trafohäuschen in der Heilbronner Straße in Walheim zu sehen. Foto: Alfred Drossel
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Bönnigheim/Walheim. Die in Walheim geborene Wandgemälde-Malerin Janine Trapp ist extra aus ihrer Wahlheimat Melbourne (Australien) angereist, um die Wände von drei Trafostationen im nördlichen Landkreis künstlerisch zu bemalen. Einem Mitarbeiter der Netze BW sind ihre Arbeiten in Australien aufgefallen und er hat sie verpflichtet.

Zurzeit arbeitet Janine Trapp im Bönnigheimer Wohngebiet Schlossfeld, wo sie eine seit Jahren übel verschmierte Trafostation zauberhaft in ein Naturgemälde verwandelt hat. Die junge Frau steht mit einer Kapuze geschützt an einem zugigen Fleck und arbeitet, obwohl die Sonne scheint, im Schatten. „In der Sonne kann man nicht malen“, sagt sie, „weil die Helligkeit blendet und die Farben nicht getrennt werden können.“

Sie arbeitet mit einem kleinen, feinen Pinsel. Ihre Staffelei ist ein Tablett mit vielen Farbschalen, die sie für ihre Motive mischt. Die junge Frau arbeitet ohne Vorlagen nur aus ihrer Fantasie heraus und versucht, mit ihrer Malerei einen 3-D-Effekt zu erzielen. Dabei nutzt sie Kanten und den Lichteinfall.

In Walheim hat sie bereits vor zwei Wochen eine sehr realistische Biene auf ein Trafohäuschen gemalt (wir berichteten). Inzwischen gibt es dort in der Heilbronner Straße ein zweites Kunstwerk: Das Trafohäuschen ziert die Walheimer Kirche vor den Weinbergen samt Eichhörnchen und einer Weinrebe.

Das Motiv in der Bönnigheimer Schlossbergallee hat Bürgermeister Albrecht Dautel angeregt, der damit einen Bezug zum benachbarten Obstsortenlehrpfad herstellen möchte. Anstatt Graffiti zieren jetzt knackige, rotbackige Äpfel die Wände. Kinder lesen das Obst zusammen, auf der anderen Wandseite steht eine Obstpresse. Janine Trapp malt sehr realistisch und detailgetreu, auch ihre Farben sind natürlich.

Auftraggeber der Malaktion ist die Netze BW, die damit etwa 20 Trafohäuschen aufwerten möchte, wie Dagmar Jordan vom Unternehmen betont. Bei einer Nachwuchsaktion werden verschiedene Künstler verpflichtet, die ganz unterschiedliche Werke gestalten. Doch Janine Trapps Malweise gefällt nicht nur den Leuten hierzulande. Auch in ihrer Wahlheimat Australien hat sie damit Erfolg. Zahlreiche ihrer Bilder zieren Häuser in der Millionenstadt Melbourne.

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