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Die vielen Ratten beschäftigen den Gemeinderat

Walheimer Gremium diskutiert darüber, was gegen die Plagegeister in der Mühlstraße getan werden könnte

Foto: Arno Burgi/dpa
Foto: Arno Burgi/dpa

Walheim. Mit dem Thema Rattenplage in der Walheimer Mühlstraße, auf das eine Anwohnerin unsere Zeitung aufmerksam gemacht hat (wir berichteten), beschäftigte sich nun auch der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung.

Bürgermeisterin Tatjana Scheerle zeigte sich enttäuscht darüber, dass die betroffenen Anwohner noch immer nicht den Kontakt zur Gemeindeverwaltung gesucht hätten. Stattdessen habe nun ein Bauhofmitarbeiter das betroffene Gebiet nach den Tieren abgesucht, berichtete die Bürgermeisterin. „Dabei sind Komposthaufen aufgefallen, aus denen Abfälle in den nahen Baumbach gefallen sind“, kritisierte sie. Der Bauhofmitarbeiter habe auf der Suche nach Ratten, bei der er übrigens nicht fündig geworden sei, auch gleich die Giftköder in den Kanälen aufgefrischt.

Zur Erinnerung: Eine Familie aus der Mühlstraße hatte sich an unsere Zeitung gewand, weil es nach ihren Angaben bereits im dritten Jahr eine Rattenplage in der Mühlstraße gebe. Die Familie berichtete, dass sie ihre Terrasse nicht nutzen könne und Türen zum Haus immer geschlossen sein müssten – und das keinesfalls nur nachts, sondern auch tagsüber. Bürgermeisterin Tatjana Scheerle hatte bestätigt, dass sie aus dem vergangenen Jahr von dem Rattenproblem in der Mühlstraße wisse, in diesem Jahr aber keine Informationen erhalten habe, dass es dort erneut ein Problem mit Ratten gebe. Sie verwies darauf, dass der Bauhof dort, wie im ganzen Ort, Köder in den Kanälen ausgehängt habe, um die Ratten zu bekämpfen.

Diana Gronbach (Offene Liste) schlug vor, die Anwohner der Mühlstraße anzuschreiben, um darüber aufzuklären, wie sie sich hinsichtlich Komposthaufen, die Ratten anziehen, verhalten sollten. „Ich finde es wichtig, dass die Kommune auf das Problem reagiert.“ Sandra Horwath-Duschek (Freie Wählervereinigung) bestätigte, dass es 2020 ein Problem mit Ratten in der Mühlstraße sowie im Dammweg und der Römerstraße gegeben habe. „Vielleicht sollten wir bereits im Frühjahr vorsorglich massiver Köder aushängen“, sagte sie. Auch könnte über ein Müllsystem mit geschlossenen Deckeln nachgedacht werden. „Offene Mülleimer sind bequem für die Ratten zu erreichen“, so Horwath-Duschek.

Eine Leserin aus Walheim hatte in einem Leserbrief zudem auf die Neckarwiese als Grund der Rattenplage hingewiesen: zu viel Tourismus, Abfälle, Fäkalien und zu wenig Toiletten. „Es hat sich noch nie jemand über Ratten auf der Neckarwiese beschwert“, betonte die Bürgermeisterin in der Gemeinderatssitzung. Horwath-Duschek dazu: „Man sollte das Problem schon ernst nehmen.“ Markus Schott (Gemeinsam für Walheim) wollte daraufhin wissen: „Ist der Müll ein Thema an der Neckarwiese?“ Die Bürgermeisterin berichtete, dass derzeit Glasflaschen und Pizzakartons ein Problem seien. Horwath-Duschek dazu: „Und wenn die nicht leer sind, ist es ein Problem.“ Bernd Moritz (Offene Liste) zur Diskussion: „Die Anwohner, die ein Problem mit Ratten haben, sollen sich bei der Verwaltung melden.“

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