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„Erdmannhausen ist ein Stück Heimat für mich“

Der 33-jährige Berater Marc Fuchs will in die aktive Politik wechseln – Wirtschaft stärken, Verkehrsmittel vernetzen sind Ziele

Trinkt lieber Tee als Kaffee: Marc Fuchs. Foto: Holm Wolschendorf
Trinkt lieber Tee als Kaffee: Marc Fuchs. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Am liebsten ist er mit seinem Hund unterwegs. Marc Fuchs liebt die Spaziergänge mit seinem Labradoodle Möhre. „Da kann ich abschalten und komme an die frische Luft“. Zeit zum Abschalten hat der 33-jährige Politikberater derzeit aber wenig. Schon einen Monat bevor die Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl in Erdmannhausen begann, kam er aus den Startlöchern und hat seine Kandidatur bekanntgegeben. „Die Gemeinde ist ein Stück Heimat für mich und soll auch für seine Bürger nicht nur Wohnort, sondern Heimat sein“, sagt der gebürtige Ditzinger, der seit zwölf Jahren mit seiner Frau Sandra in Kleinbottwar lebt. Bei der Hochzeit nahm er auch den Namen der Reitlehrerin an.

„Erdmannhausen ist ein kleiner Ort mit kurzen Wegen, wo man als Bürgermeister auch noch etwas gestalten kann.“ Das bedeutet für ihn, dass es Naherholungsgebiete genauso gibt wie Arbeitsplätze sowie ein umfangreiches Angebot an Dienstleistern vor Ort. Dazu gehören Bäcker, Friseur, Einkaufsladen, Post oder das Pflegeheim – „die Menschen sollen hier möglichst alles vorfinden“.

Fuchs weiß, wie man Botschaften an die Frau und den Mann bringt. Nach Stationen bei der AOK und der Internetapotheke Doc Morris hat er sich als Politikberater selbstständig gemacht. „Ich helfe Politikern, sich richtig zu präsentieren und zu kommunizieren.“ Dabei richtet er sich auch an potenzielle Aussteiger aus der AfD. „Ich habe für Extremisten nichts übrig“, stellt Fuchs klar und unterstreicht, dass er weder Mitglied der AfD war noch aktive Mandatsträger der Rechtspopulisten beraten hat. Er tritt bei der Bürgermeisterwahl ohne Parteibindung an. „Ich komme eher aus der Gewerkschaftsbewegung. Nur bei der inneren Sicherheit bin ich für eine konsequente Gangart.“ Kein Wunder, schließlich ist Marc Fuchs’ Vater Polizist.

„Die AfD ist eine Partei, die die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt. Aber ich habe AfD-Politikern geholfen, diese Partei zu verlassen, weil sie ihnen zu radikal geworden ist“, erklärt Fuchs. So unterstütze er die Landtagsabgeordnete Claudia Martin aus Walldorf, als sie Ende 2016 aus der AfD-Fraktion austrat und von der CDU aufgenommen wurde.

Jetzt möchte Fuchs von der Politikberatung, die er in ganz Deutschland und der Schweiz durchführt, in die aktive Politik wechseln. „Ich will gestalten“, sagt er selbstbewusst. Die Erfahrungen aus seinem Beruf sollen ihm dabei helfen. „Wir müssen die Verkehrssituation entspannen“, fordert er. Dafür müssten die verschiedenen Verkehrsmittel miteinander vernetzt werden. „Miteinander statt gegeneinander“, laute sein Motto. Viele Menschen seien aber auf das Auto angewiesen, deshalb müssten vernünftige Lösungen auch für die schwierige Parksituation gefunden werden.

Die Wirtschaft in Erdmannhausen will Fuchs stärken. Dazu gehört auch, dass sich die Gemeinde am interkommunalen Gewerbegebiet mit Marbach beteiligt. „Das ist auch wichtig, um die Finanzen solide zu halten.“ Denn auf die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sei Erdmannhausen angewiesen, um weiter zu investieren. „Wir wollen ja schuldenfrei bleiben.“ Kosten sieht er beim Neubau des Feuerwehrhauses auf die Kommune zukommen.

Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum steht auch für ihn an oberster Stelle. „Wir haben nicht mehr viel Platz, um zu erweitern“, schätzt er die Lage realistisch ein. Genauso wie seine Chancen bei der Wahl: „Das wird ein spannendes Rennen.“

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