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B-27-Radunterführung

Es ist noch alles möglich

Vertreter des Regierungspräsidiums haben in der Gemeinderatssitzung über den Ersatzneubau Enzbrücke informiert. Der Bau einer Radweg- unterführung wäre im Anschluss an den Brückenneubau planerisch möglich, allerdings muss die Finanzierungsfrage geregelt werden.

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Walheim/Besigheim. Gleich vier Vertreter des Stuttgarter Regierungspräsidiums (RP) und des Planungsbüros haben am Donnerstagabend die Walheimer Gemeinderatssitzung besucht, um einen Sachstandsbericht über den Ersatzneubau Enzbrücke Besigheim abzugeben. „Das Baureferat ist das letzte Glied in der Kette, wenn die Rechtskraft da ist, bekommen wir das Projekt übergeben“, erklärte Referatsleiter Andreas Klein vom RP und betonte, nicht mehr allzu viele Möglichkeiten zu haben, Änderungen vorzunehmen. „Wir haben kein Baurecht für eine Radwegunterführung, aber sie wäre planerisch möglich“, nahm er sogleich Bezug auf das Hauptanliegen der Walheimer.

Bevor dieses Thema weiter diskutiert wurde, erklärte Tim Weirich die Planung des Neubaus, der die alte Brücke aus dem Jahr 1946 ersetzen soll. Der Neubau werde genutzt, die Straßenführung der B 27 abzuändern, so der Sachgebietsleiter Unterhaltung Bauwerke. Statt der rechtwinklig abknickenden Straße, die ein Abbremsen nötig macht, ist die künftige Straßenführung sanft geschwungen. Auf der einen Seite ist wie bereits jetzt ein Geh- und Radweg vorgesehen, auf der anderen dann zusätzlich ein Gehweg.

„Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat eine Radwegunterführung abgelehnt, aber beauftragt, die Brücke so zu gestalten, dass der nachträgliche Bau einer Unterführung möglich ist“, erklärte Weirich. Noch in diesem Jahr werden Fällarbeiten vorgenommen, die Vergrämung der Mauereidechsen erfolgt im Frühjahr. Baubeginn ist für Frühjahr 2020 geplant, die Bauzeit für das 4,5 Millionen Euro teure Projekt ist mit 18 Monaten angesetzt.

Gemeinderat Albrecht Noller wollte wissen, ob die eventuell erfolgreiche Petition für die Radwegunterführung die Bauzeit ändern würde. Das verneinte Andreas Klein, denn die Unterführung würde auf jeden Fall erst nach Fertigstellung der Brücke gebaut. Es empfehle sich auch preistechnisch, diese unabhängig vom Straßenbau auszuschreiben. Sandra Horwath-Duschek sah in den Ausführungen des RP die Argumente der Befürworter der Unterführung bestätigt. Zum einen müssten die Eidechsen sowieso umgesiedelt werden, dann sei es doch sinnvoll, gleich alles zu bauen. Zum anderen mache die veränderte Straßenführung, bei der die Autos nicht mehr abbremsen müssten, das Leben der Radfahrer noch gefährlicher. Hatte das Regierungspräsidium vor einem Jahr auch aus ökologischen Gründen den Bau einer Radwegunterführung abgelehnt, so sagte Klein jetzt offen, dass „sich während der Bauzeit dort keine Eidechse wohlfühlen wird. Und wenn im Nachklapp des Brückenbaus die Unterführung gebaut wird, ist noch keine Echse wieder da.“ Die Entscheidung und das Baurecht sollten etwa sechs bis neun Monate vorher vorliegen, so seine Empfehlung. „Es ist alles noch möglich. Die Unterführung ist nicht unsere Sache, aber wir machen auch nichts, um sie zu verhindern“, betonte der Referatsleiter, was beim Gemeinderat für freudiges Lächeln sorgte. Offen bleibt allerdings die Frage der Finanzierung.

Thema war auch die Verkehrsabwicklung während der Bauzeit. Eine einseitige Sperrung ist rund drei Monate notwendig, eine Vollsperrung voraussichtlich zwei Wochen lang. Ob mit Bauampel oder Einbahnstraßenregelung gearbeitet wird, steht noch nicht fest. „Doch es ist und bleibt eine Bundesstraße“, machte Klein deutlich, als Gabi Weiß forderte, den Verkehr möglichst schon ab Lauffen großräumig umzuleiten. Horwath-Duschek mahnte, den von Schülern vielgenutzten Radweg während der gesamten Bauzeit sicher zu gestalten.

Dass der neue Radweg mit einem Hochbord und nicht mehr mit Leitplanken von der Straße abgegrenzt wird, bereitete Wilhelm Weiss Sorgen. Er fragte, ob nicht wenigstens eine 50 Zentimeter hohe Leitplanke installiert werden könne. Doch das sieht Klein als besonders gefährlich an, da man drüberstürzen könne. Die Abtrennung müsse mindestens 1,30 Meter hoch sein und da könne man auch dran hängen bleiben.

Info: Die Online-Petition für den Bau einer Radwegunterführung bleibt bestehen. Bislang haben 1984 Menschen unterzeichnet, das Quorum liegt bei 3300 Unterschriften.