Korntal-Münchingen. Die vergangenen Wochen haben gezeigt: Vegetations- und Flächenbrände können auch schnell zu einer Herausforderung für die Feuerwehren werden. Allein im Landkreis Ludwigsburg nahm die Zahl entsprechender Einsätze zuletzt deutlich zu. Umso wichtiger ist es, dass die Einsatzkräfte mit der speziellen Ausrüstung und den besonderen taktischen Vorgehensweisen vertraut sind, heißt es in einer Mitteilung der Feuerwehr Korntal-Münchingen.
Spezielle Ausrüstung für Wald- und Flächenbrände
Am Montag machte die Freiwillige Feuerwehr Korntal-Münchingen, Abteilung Korntal, deshalb eine „Trockenübung“ zur Vegetationsbrandbekämpfung. Unterstützt wurden die Korntaler Einsatzkräfte dabei von drei Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Tamm, die mit einem Gerätewagen-Transport und einem Vegetationsbrandbekämpfungs-Modul nach Korntal gekommen waren. Der Landkreis Ludwigsburg hat bereits vor rund zwei Jahren umfangreiches Material für die Vegetationsbrandbekämpfung beschafft. Die fünf vorhandenen Module sind bei den Freiwilligen Feuerwehren Bönnigheim, Remseck, Sersheim, Steinheim und Tamm stationiert. Die Ausrüstung ist auf jeweils zwei Rollwagen und umfasst unter anderem spezielle leichte Schutzkleidung, dicht sitzende Schutzbrillen, FFP2-Masken, Feuerpatschen, Löschrucksäcke, spezielle Waldbrand-Werkzeuge sowie D-Schlauchmaterial. Die verwendeten D-Schläuche sind eine Nummer kleiner als die bei herkömmlichen Brandeinsätzen eingesetzten C-Schläuche. Sie bieten für die Vegetationsbrandbekämpfung dennoch eine ausreichende Durchflussmenge, sind dabei aber deutlich leichter und flexibler zu handhaben. Gerade bei weitläufigen Flächen und unwegsamem Gelände kann dies ein entscheidender Vorteil sein.

Drei Stationen – drei Schwerpunkte
An insgesamt drei Stationen wurden die Angehörigen der Abteilung Korntal mit dem Vegetationsbrandbekämpfungs-Modul und den damit verbundenen taktischen Möglichkeiten vertraut gemacht. An der ersten Station stand die Ausrüstung selbst im Mittelpunkt. Die verschiedenen Gerätschaften, die auf den beiden Rollwagen sind, wurden vorgestellt und ihre Einsatzmöglichkeiten erläutert. An der zweiten Station wurde das taktische Zusammenspiel von Feuerpatschen und Löschrucksäcken praktisch demonstriert und geübt. Dabei wurde deutlich, wie effektiv sich Feuersäume bereits mit vergleichsweise geringem Aufwand und einem niedrigen Wasserverbrauch bekämpfen lassen. Der dritte Ausbildungsschwerpunkt lag auf dem schnellen Vorgehen mit D-Schlauchleitungen. Gerade bei Vegetations- und Flächenbränden spielt die Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle. Ein Flächenbrand, beispielsweise auf einem Stoppelfeld, kann sich mit rund zehn bis zwölf km/h ausbreiten – bei entsprechendem Wind auch deutlich schneller.

Größere Übung für 2027 geplant
Nach rund eineinhalb Stunden intensiver und lehrreicher Unterweisung sowie praktischer Übungen war die „Trockenübung“ beendet. Für die Einsatzkräfte bot die Ausbildung eine wichtige Gelegenheit, die spezielle Ausrüstung kennenzulernen, Handgriffe zu trainieren und die taktischen Besonderheiten bei Vegetationsbränden zu verinnerlichen. Damit die Ausbildung nicht bei der Theorie bleibt, ist für das Jahr 2027 bereits eine größere Übung mit beiden Abteilungen der Feuerwehr Korntal-Münchingen geplant. Auf einem abgeernteten Feld soll dann eine realitätsnahe Vegetationsbrandbekämpfung ausgeführt werden. Zum Einsatz kommen dabei voraussichtlich zwei Vegetationsbrandbekämpfungs-Module sowie weitere Sondereinheiten. Unter anderem ist der Einsatz eines Abrollbehälters mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern Löschwasser vorgesehen. Die Übung am Montag war damit ein wichtiger Schritt, um die Einsatzkräfte auf die besonderen Anforderungen bei Vegetations- und Flächenbränden vorzubereiten – denn wenn es tatsächlich brennt, muss jeder Handgriff sitzen, heißt es in der Mitteilung. (red)
