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Bürgermeisterwahl

Haushoher Sieg für Simone Haist

Die 41-Jährige holt auf Anhieb und für sie selbst sehr überraschend 63,4 Prozent. Ihrem Konkurrenten Thorsten Majer, der für die SPD im Gemeinderat sitzt, bietet sie eine faire Zusammenarbeit in dem Gremium an.

Volker Godel gratuliert seiner Nachfolgerin Simone Haist, die von ihrem Mann Holger, Ex-Schultes von Mundelsheim, begleitet wird. Foto: Oliver Bürkle
Volker Godel gratuliert seiner Nachfolgerin Simone Haist, die von ihrem Mann Holger, Ex-Schultes von Mundelsheim, begleitet wird. Foto: Oliver Bürkle

Ingersheim. Als Volker Godel kurz vor 19 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis der Bürgermeisterwahl bekanntgab, brandete Applaus auf: 63,4 Prozent für Simone Haist, auf Thorsten Majer entfielen 35,2 Prozent. Ein deutliches Ergebnis, das die Wahlsiegerin so nicht erwartet hatte, wie sie zugab. „Ich bin tief gerührt, ich freue mich auf Ingersheim und ich freue mich, ab Mai Ihre Bürgermeisterin zu sein“, sagte die 41-jährige Simone Haist, die Glückwünsche und einen Blumenstrauß von Bürgermeister Volker Godel in seiner Funktion als Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses entgegennahm. „Ich freue mich auf das Rathausteam, ich bin einfach überglücklich“, bekannt sie.

Majer lässt seine Zukunft offen

Thorsten Majer erwies sich als fairer Verlierer und gratulierte als einer der ersten. Haist bot Majer, der für die SPD im Ingersheimer Gemeinderat sitzt, eine gute Zusammenarbeit im Gremium an. Über seine politische Zukunft schwieg sich Majer aber aus. Erst komme jetzt die Haushaltsberatung, dann werde er sich mit Noch-Bürgermeister Volker Godel zusammensetzen, dieser solle als erster erfahren wie es für ihn weitergehe, sagte der 41-jährige Rechtsanwalt gegenüber unserer Zeitung. Nach einem Wahlkampf, der zum Schluss noch an Schärfe gewonnen hatte, wirkte Majer sichtlich angefasst.

„Man wählt keinen aus dem Flecken“, meinte ein Bürger im Gespräch mit unserer Zeitung. Und eine Bürgerin freute sich, dass jetzt zum ersten Mal eine Frau auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nimmt.

Es gab gestern viel Jubel, aber auch enttäuschte Gesichter. Als faire Verlierer gratulierten auch die weiteren Bewerber Andreas Oberman, der 0,9 Prozent der Stimmen holte und Ulrich Raisch mit rund 0,3 Prozent. Bei einer Wahlbeteiligung von 56,3 Prozent bedeutete das Ergebnis in absoluten Zahlen: 1784 Stimmen für Simone Haist, 990 für Thorsten Majer, 26 für Andreas Oberman und sieben für Ulrich Raisch. Hinzu kamen noch fünf sonstige Stimmen. Eine davon erhielt Noch-Bürgermeister Volker Godel, der nach 24 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr angetreten war.

Mindestens 57,9 Prozent

In allen sieben Wahlbezirken war das Ergebnis für Simone Haist eindeutig. Ihr bestes mit 66,12 Prozent erzielte sie im Großingersheimer Wahlbezirk Mörikekindergarten, das für sie „schlechteste“ wurde mit 57,9 Prozent aus dem Großingersheimer Wahlbezirk Kinderhaus Uhlandstraße gemeldet.

Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses spielte das Blasorchester schwungvoll auf, es gab Sekt sowie Häppchen und Simone Haist – begleitet von ihrem Mann Holger Haist, einst Rathauschef von Mundelsheim – nahm zahlreiche Glückwünsche von früheren und aktuellen Bürgermeistern entgegen.

Viel Lokalprominenz

Gekommen war unter anderem die Kornwestheimer Oberbürgermeisterin Ursula Keck, die Haist, die früher im Kornwestheimer Rathaus tätig war, auch offen unterstützte. Das traf ebenso auf den früheren Ludwigsburger Vize-Landrat und jetzigen Tübinger Regierungsvizepräsident Utz Remlinger zu. Auch er hatte die einst beim Landratsamt tätige Verwaltungswirtin Simone Haist unterstützt. Gekommen waren außerdem der Asperger Bürgermeister Christian Eiberger, der früher Kämmerer in Ingersheim war, sowie der Freiberger Bürgermeister Dirk Schaible. Das Gedränge im Ratssaal war groß.

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