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Verkehr

Hochberger Brücke wird neu gebaut

Wer von Ludwigsburg in den Remsecker Stadtteil Hochberg fahren möchte, kommt um die Neckarbrücke nicht herum. Die stammt aus den Nachkriegsjahren und ist schon lange sanierungsbedürftig. Nach Jahren des Gezeters zwischen Bund und Land scheint nun klar zu sein: Die Brücke wird ersetzt.

Die Hochberger Brücke über den Neckar stammt aus den Nachkriegsjahren und soll neu gebaut werden. Das erfuhr OB Dirk Schönberger am Rande des Neujahrsempfangs. Foto: Ramona Theiss
Die Hochberger Brücke über den Neckar stammt aus den Nachkriegsjahren und soll neu gebaut werden. Das erfuhr OB Dirk Schönberger am Rande des Neujahrsempfangs. Foto: Ramona Theiss

Remseck. Wenn in Remseck derzeit von Brücken gesprochen wird, ist in aller Regel von der Westrandbrücke die Rede. Das etwa 140 Meter lange Bauwerk über den Neckar unterhalb des Neckarremser Schlossbergs soll die Verkehrssituation in der neuen Mitte verbessern. Ob sie gebaut wird oder nicht, wird sich am 26. Juli im ersten Bürgerentscheid der Stadt klären. Dabei ist eine andere für die Stadt wichtige Querung beinahe in Vergessenheit geraten: die Hochberger Neckarbrücke.

Dass sie saniert werden soll, hat das Land Baden-Württemberg bereits im Herbst 2012 angekündigt. Zwei Jahre später ist die Brücke in das Landesstraßenbauprogramm für die Jahre 2017 bis 2019 aufgenommen worden. Doch getan hat sich bis heute nichts. Der Grund: Während das Land das Bauwerk sanieren wollte, präferierte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes einen Neubau ohne Mittelpfeiler.

Jahrelang ging das Gezerre zwischen Bund und Land hin und her, bis sich Berlin am Ende wohl doch noch durchgesetzt hat. Das erfuhr Oberbürgermeister Dirk Schönberger am vergangenen Wochenende im Vorfeld des Remsecker Neujahrsempfangs aus erster Hand. Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Ludwigsburg, habe es ihm mitgeteilt, sagte der OB auf Nachfrage unserer Zeitung. „Ich habe die Aussage von Steffen Bilger, dass bezüglich der Brücke auf Arbeitsebene eine Einigung erzielt wurde“, sagte Schönberger. Jetzt müsse das Vorhaben nur noch politisch abgesegnet werden. Deshalb sei er optimistisch, „dass die jahrelange Hängepartie jetzt endlich beendet wird“.

„Die Einigung ist endlich auf Fachebene zwischen Bund und Land erfolgt“, bestätigte Steffen Bilger. Das Ergebnis müsse nun unter anderem von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt noch bestätigt werden.

Dass sich der Remsecker Oberbürgermeister über das Signal aus Berlin freut, hat noch einen weiteren Grund. Schließlich ist die bestehende, vielbefahrene Brücke nicht für den Radverkehr geeignet. Während Autofahrer und Fußgänger auf beiden Seiten genügend Platz haben, müssen Radfahrer absteigen und ihren Drahtesel über die Brücke schieben. „Wir wollen aber, dass die Menschen gerade im innerörtlichen Verkehr vom Auto auf das Fahrrad umsteigen“, so Schönberger. Die neue Neckarbrücke werde entsprechend dimensioniert.

„Ich gehe davon aus, dass damit tatsächlich die Lösung auf den Weg gebracht ist“, so Bilger. „Davon profitieren alle Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer, die dort den Neckar überqueren wollen.“ Der Verzicht auf einen Mittelpfeiler beim Neubau diene außerdem der Verkehrssicherheit der Binnenschifffahrt.

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