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Hund Sunny ist auf dem Weg der Besserung

Bei erneuter Röntgenuntersuchung wird im Bauch des Mischlings keine Rasierklinge mehr entdeckt – ZDF meldet Interesse – Polizei ermittelt

Sunny geht‘s besser. Foto: Wolschendorf
Sunny geht‘s besser. Foto: Wolschendorf

Ingersheim. Jasmins Eggerts Hündin Sunny, die am vergangenen Freitag einen mit Rasierklingen präparierten Köder gefressen hat (wir berichteten), ist übern Berg. Nach Tagen des Hoffens und Bangens teilte Jasmin Eggert am Mittwochabend unserer Zeitung erleichtert mit: „Sunny ist wieder fit und hat nichts mehr im Bauch.“ Bei einer erneuten Röntgenaufnahme in einer Tierarztpraxis war kein Rasierklingenteil mehr sichtbar. Die 28-Jährige und ihr Sohn Brian sind überglücklich, denn der Altdeutsche Hütehundemischling ist ein innig geliebtes Familienmitglied.

Nachdem die einjährige Hündin Sunny den Köder mit Rasierklingen verschlungen hatte, waren auf der Röntgenaufnahme zwei Klingenteile zu sehen, doch konnte bei einer Notoperation nur eine Rasierklinge aus ihrem Bauch entfernt werden. Wie von der Tierklinik empfohlen, mischte die Hundebesitzerin die folgenden Tage Sauerkraut unter das Nassfutter, um den Darm bei der natürlichen Ausscheidung der Klinge vor Verletzungen zu schützen.

Die letzten Tage waren somit für Jasmin Eggert ein Wechselbad der Gefühle. Sie hatte Angst um ihren Hund, musste ihren geschockten Sohn trösten und hat zudem eine hohe Tierarztrechnung zu bezahlen. Positiv überwältigt war sie hingegen von der Anteilnahme, die sie nach dem Erscheinen des Artikels in unserer Zeitung persönlich und über soziale Medien erfahren hat. „Sogar zu einer Spendenaktion wurde in Facebook aufgerufen“, sagt Jasmin Eggert. „Doch das Wichtigste ist für mich, dass andere Hundebesitzer jetzt gewarnt sind und mehr Hunde in Ingersheim ein Giftköder-Schutznetz tragen.“ Sie befürchtet, dass der von Sunny gefressene Rasierköder kein Einzelfall war.

Infolge des LKZ-Artikels wurde Jasmin Eggert auch von „Hallo Deutschland“, dem Boulevard- und Schlagzeilenmagazin im Fernsehsender ZDF, das emotionale Geschichten präsentiert, angerufen. Da zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht sicher war, ob Sunny überleben würde, hat sie das Gespräch verschoben. „Ich hatte dafür gerade keinen Kopf“, sagt die Hundebesitzerin.

Unsere Zeitung bekam eine Mail von Hermann Hess, der sich schockiert über den Vorfall äußerte. „Ich finde dies ein Unding. Kinder nehmen schnell etwas in den Mund. Wenn ich mir überlege, was da passieren könnte“, schreibt der Leser aus Kirchheim, der „in der Ausbringung dieser Köder eine billigend in Kauf genommene schwere Körperverletzung von Kindern mit möglicher Todesfolge“ sieht. Er wünscht sich größere Bemühungen, „diese Verbrecher zu erwischen“.

Der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Ludwigsburg ermittelt laut einer Pressemitteilung in der Sache wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Polizeihundeführerstaffel sowie Beamte des Reviers in Bietigheim-Bissingen werden den betreffenden Bereich überwachen. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon (0.71.42) 40.50 entgegen.

Zum Verdachtsfall auf Gift im Gewann Wurmberg in Richtung der Aussichtsplatte, den die Polizei unserer Zeitung gemeldet hatte, teilte ein Pressesprecher mit: „Bei der von dem Hund aufgenommenen Substanz handelt es sich um Blaukorn-Dünger, der auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche ausgebracht war.“ Dem verantwortlichen Landwirt sei aber kein Fehlverhalten vorzuwerfen.

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