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Raumordnung

Ja zu neuer Erdgasleitung im Enztal

Das Regierungspräsidium Stuttgart hat jetzt das Raumordnungsverfahren für die geplante Neckarenztal-Gasleitung (NET) abgeschlossen. Ergebnis: Das Projekt ist grundsätzlich raumverträglich und mit anderen bedeutsamen Planungen abgestimmt.

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Kreis Ludwigsburg. Die Prüfung habe ergeben, dass die 30 Kilometer lange Variante, die nördlich von Wiernsheim beginnt und östlich von Enzweihingen sowie westlich von Oberriexingen weitergeführt wird, am günstigsten sei, teilte die Landesbehörde am Donnerstag mit.

Gegenstand des Verfahrens war die Verbindung zwischen den vorhandenen Erdgashochdruckleitungen Schwabenleitung und Nordschwarzwaldleitung bei Wiernsheim und der vorhandenen Kraichgauleitung bei Löchgau/Metterzimmern. Für die geplante Neckarenztal-Leitung sind sowohl ein Raumordnungs- als auch ein Planfeststellungsverfahren erforderlich.

Für den Anschluss an die bestehenden Leitungen hatte die Netzbetreiberin Terranets BW mehrere, jeweils 600 Meter breite Korridorvarianten entwickelt, die im Raumordnungsverfahren untersucht worden sind. Beginnend bei Wiernsheim, verlaufen zunächst zwei Korridoralternativen in nordöstlicher Richtung, bevor sie nördlich von Iptingen in ein gemeinsames Korridorsegment münden, welches nördlich an Nussdorf vorbeiführt. Im weiteren Verlauf sind drei Varianten untersucht worden, die östlich von Vaihingen an der Enz, westlich von Oberriexingen – wie jetzt favorisiert – und westlich von Markgröningen verlaufen. Daran anschließend beginnt südlich von Sachsenheim erneut ein gemeinsamer Korridorabschnitt, der in nordöstlicher Richtung bis Löchgau verläuft. Die Prüfung hat im Variantenvergleich ergeben, dass die Variante, die nördlich von Wiernsheim beginnt und anschließend östlich von Enz-weihingen und westlich von Oberriexingen verläuft, raumordnerisch am günstigsten ist.

Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte sowohl alle Korridorvarianten, als auch die einzelnen Korridorabschnitte unter raumordnerischen Gesichtspunkten, zu prüfen und die raumordnerisch günstigste Lösung aufzuzeigen. Im Dezember 2017 wurde das Raumordnungsverfahren eingeleitet und die betroffenen Gemeinden und Träger öffentlicher Belange beteiligt. Zudem wurden die Planungsunterlagen in den Gemeinden für die Öffentlichkeit ausgelegt.

„Insgesamt gab es wenige kritische Stimmen aus der Bevölkerung“, resümiert Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Umstritten ist der Verlauf der Leitung hingegen bei einigen Gemeinden, die Einschränkungen in ihrer künftigen Siedlungsentwicklung befürchten. Der Regierungspräsident zeigte sich gestern erfreut, dass das Verfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen werden konnte. Reimer hofft, dass Terranets BW nun die weiteren Schritte zügig aufgreift: „Durch den Anschluss an das bestehende Fernleitungsnetz wird die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg insgesamt und speziell in den Regionen Heilbronn-Franken und Stuttgart auch zukünftig gewährleistet. Der Ausbau des Gastransportnetzes und die Energiewende sind eng miteinander verknüpft. Auch mit der Umstellung auf erneuerbare Energien wird das Land noch viele Jahre auf Erdgas für eine sichere Wärmeversorgung angewiesen sein“, so Reimer. „Die im Netzentwicklungsplan Gas enthaltene NET ist ein wichtiger Beitrag für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende im Land.“ Da Erdgas deutlich weniger klimaschädlich sei als Kohle und Öl, komme ihm auch künftig als „Brückenenergie“ eine wichtige Rolle beim Umbau des Energiesystems zu.

Die Terranets BW wird nun den genauen Trassenverlauf unter Berücksichtigung der raumordnerischen Ergebnisse definieren. Der konkrete Trassenverlauf wird Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens sein, das laut Terranets frühestens im Sommer 2019 beginnt. Bei positivem Abschluss gibt es die Berechtigung zum Bau der Leitung – die vor allem im Kreis Ludwigsburg die Versorgungssicherheit deutlich verbessere. (red)

Info: Die raumordnerische Beurteilung wird in den beteiligten Gemeinden einen Monat für die Öffentlichkeit ausgelegt. Sie ist zudem auf der Homepage des Regierungspräsidiums unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/rps/Abt2/ Ref21/RVO-ZAV/Seiten/default.aspx abrufbar.