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Auch Grill- und Spielplätze betroffen
Juckreiz, Ausschlag, Atemnot: Eichenprozessionsspinner macht sich in Vaihingen breit

Die Härchen des Eichenprozessionsspinners können allergische Reaktionen auslösen.
Die Härchen des Eichenprozessionsspinners können allergische Reaktionen auslösen. Foto: Soeren Stache/dpa
Zu trocken, zu heiß: Der Eichenprozessionsspinner macht sich im Vaihinger Stadtgebiet breit und sorgt für gesundheitliche Probleme; Nester werden abgesaugt.

Vaihingen. Peter Wisniewski vom Amt für Technische Dienste, zuständig für die Bäume im Stadtgebiet, erhält derzeit viele Anrufe von besorgten Spaziergängern und Anwohnern. Denn es ist die kritischste Zeit des dritten Larvenstadiums angebrochen: Die Brennhaare der Raupen stellen ein gesundheitliches Risiko dar. Sie sorgen für Hautreaktionen wie Rötungen und Juckreiz und rufen Atembeschwerden hervor. Besonders betroffen sind Asthmatiker, so die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Die Population der Zahnspinner nimmt von Jahr zu Jahr zu, so die Beobachtung von Peter Wisniewski. Zugute kommt der Brut heißes, trockenes Wetter. „Waren vor einigen Jahren noch eher die nördlichen Stadtteile wie Gündelbach und Horrheim mit den Seen betroffen, haben wir jetzt auch Meldungen aus Aurich und Enzweihingen.“ Hier ist das Pulverdinger Holz mit dem Parkplatz und dem angrenzenden Grill- und Spielplatz im Oberen Pulverdinger Holz befallen. Die dortigen Bäume gehören zu Teilen dem Land, zu Teilen der Stadt. Um diese kümmert sich Revierförster Jürgen Riedinger.

Die Stadt geht gegen den lästigen Schädling ganz gezielt vor: Eine Spezialfirma saugt die Nester der Schmetterlinge in einem bestimmten Verpuppungsstadium mit besonderen Geräten von den befallenen Bäumen ab. Den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln aus der Luft sieht Peter Wisniewski kritisch: „Das würde auch die Raupen anderer Nützlinge vernichten.“

Keine Bekämpfung im Stadtwald

Präventive Maßnahmen sind Nistkästen für Meisen in der Nähe von Eichen. Sie sind natürliche Fressfeinde der Raupen. Sind jedoch größere Flächen betroffen, sind diese Maßnahmen schwierig. „Tatsächlich wird der Eichenprozessionsspinner im Stadtwald in der Regel nicht bekämpft“, sagt Jürgen Riedinger. „Nur in Ausnahmefällen würden wir auch die Spezialfirma beauftragen – etwa an einem Spielplatz.“

Ob der Eichenprozessionsspinner am Grill- und Spielplatz im Pulverdinger Holz bekämpft wird, wird gerade mit dem Waldbesitzer Forst BW geklärt. Ein Trost: Spätestens ab September ist der Spuk mit dem Falterflug vorüber.