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Einrichtung in Sersheim
Jugendstiftung Sersheim baut „REspect! im Netz“ um: Fokus liegt künftig auf Medienbildung statt Meldestelle

„REspect im Netz“ verlagert den Fokus auf die Bildungsarbeit für junge Menschen und wird ab 2027 das Angebot der Meldemöglichkeit in der bisherigen Form nicht fortführen.
„REspect im Netz“ verlagert den Fokus auf die Bildungsarbeit für junge Menschen und wird ab 2027 das Angebot der Meldemöglichkeit in der bisherigen Form nicht fortführen. Foto: Fabian Sommer/dpa
Die Jugendstiftung Baden-Württemberg richtet „REspect! im Netz“ neu aus. Ab 2027 stehen Medienkompetenz, KI und Demokratiebildung im Mittelpunkt.

Sersheim. Nach zehn Jahren Tätigkeit verlagert „REspect! im Netz“ den Fokus nach eigenen Angaben auf die Bildungsarbeit für junge Menschen und wird ab 2027 das Angebot der Meldemöglichkeit in der bisherigen Form nicht fortführen. Schwerpunkte der Bildungsarbeit werden KI, Desinformation, Umgang mit Anfeindungen im Netz und Sensibilisierung für demokratiefeindliche Bildwelten in Games sein.

Meldestelle wird eingestellt

Die Jugendstiftung Baden-Württemberg mit Sitz in Sersheim stärkt mit neuen Projekten die Medien- und Demokratiebildung und möchte diesen Bereich in den nächsten Jahren weiter ausbauen.

„Es geht dabei immer darum, Jugendliche zu befähigen, sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen, sich zu beteiligen und KI verantwortungsvoll zu nutzen“, so die Vorstandsvorsitzende Petra Densborn in einer Pressemitteilung. „Demokratiebildung und Medienkompetenzförderung muss an der Lebenswelt junger Menschen ansetzen, praxisbezogen sein und demokratische Werte auch emotional erlebbar machen. Hier können wir als Jugendstiftung mit unserer großen Erfahrung bei der Entwicklung und Umsetzung von Peer Konzepten viel beitragen“, ist die Geschäftsführerin Birgit Schiffers überzeugt.

Respekt im Netz üben

Im Jahr 2017 hat die Jugendstiftung Baden-Württemberg auf Initiative von jungen Menschen die niedrigschwellige Meldemöglichkeit von respectimnetz.de aufgebaut. Begleitet wurde diese von pädagogischen Angeboten über das Grundrecht auf Meinungsfreiheit und seine Grenzen. Ziel war es, die Handlungsmöglichkeiten junger Menschen gegen strafbare Inhalte im Netz zu stärken. In den vergangenen Jahren hat die EU rechtliche Rahmenbedingungen angepasst und auch auf nationaler

Ebene sind Strukturen zum Schutz der digitalen Demokratie geschaffen worden. Die Jugendstiftung legt nun noch stärker den Schwerpunkt ihrer Arbeit gegen Hass und Desinformation im Netz auf die Bildungsarbeit mit jungen Menschen. Hierzu gehören erprobte Workshop-Formate für Jugendliche und Schulen, das Mentorenprogramm Vielfaltcoach, Fachkräfteschulungen und pädagogische Materialien.

Umgang mit KI lernen, Demokratie stärken

Unter respectimnetz.de finden sich ab 2027 zahlreiche Bildungsangebote sowie Verweisberatung zu Meldemöglichkeiten und Beratungsstellen. Ein eigenes Meldeangebot wird es in der bisherigen Form nicht mehr geben. Bereits jetzt stärkt die Jugendstiftung Baden-Württemberg mit ihren Angeboten Resilienz und Handlungskompetenz von jungen Menschen im digitalen Raum: Verschiedene Workshopformate behandeln die Themen Desinformation und Deepfakes, das neue Peer-Projekt „KI-Scouts“ vermittelt den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Zukünftige Projekte sollen sich mit demokratiefeindlichen Narrativen und Gefahren in Chats beim Gaming sowie mit interaktiven Lernangeboten für den digitalen Raum auseinandersetzen. Das Browsergame Join-the comfortzone.com, ein Entscheidungsspiel in einer fiktiven Diktatur, wurde mehrfach ausgezeichnet und wird zusammen mit dem Begleitmaterial erfolgreich im Unterricht eingesetzt. (red)