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Reserve

Kohle für das Dampfkraftwerk

Die beiden Blöcke des Kraftwerks am Walheimer Neckar bleiben am Netz. Denn die Bundesnetzagentur hat das Kraftwerk zwischenzeitlich bis März 2023 als systemrelevant eingestuft.

Am Dampfkraftwerk Walheim hat ein Kohlefrachter festgemacht, dessen Ladung gelöscht wird.Foto: Alfred Drossel
Am Dampfkraftwerk Walheim hat ein Kohlefrachter festgemacht, dessen Ladung gelöscht wird. Foto: Alfred Drossel

Walheim. Das Motorgüterschiff „Hanna“ hat auf dem Neckar am Dampfkraftwerk festgemacht und bringt Steinkohle. Ein seltenes Bild in den vergangenen Jahren. Die Kohle wird für den Betrieb der beiden Blöcke benötigt, denn Walheim wurde jetzt bis 2023 von der Bundesnetzagentur als systemrelevantes Kraftwerk eingestuft und wird somit als Netzreserveanlage bereitgehalten. Betrieben wird die Anlage von der Transnet BW GmbH.

Das EnBW-Kraftwerk Walheim hat zwei kohlebefeuerte Blöcke und eine Gasturbine. „Die beiden Steinkohleblöcke wurden zur endgültigen Stilllegung angezeigt und müssen aufgrund der Systemrelevanz als Netzreserveanlage für den Übertragungsnetzbetreiber weiter in Betriebsbereitschaft gehalten werden“, erklärt EnBW-Sprecher Jörg Busse. Um das Kohlekraftwerk betreiben zu können, müssen auf dem Areal rund 18000 Tonnen Steinkohle gelagert werden. Zum Vergleich: Früher gab es dort Kohleberge von 150000 Tonnen. Da die Bundesnetzagentur Walheim als Netzreserve von März dieses Jahres um zwei Jahre verlängert hat, muss Kohle nachgeliefert werden.

Die EnBW plante ursprünglich, beide Blöcke 2014 stillzulegen. Als Gründe wurden die mangelnde Rentabilität des Kraftwerks und die zusätzliche Stromproduktion durch die neuen Kraftwerksblöcke in Karlsruhe und in Mannheim aufgeführt. Doch die geplante Stilllegung wurde am 15. Januar 2014 von der Bundesnetzagentur untersagt, so dass die beiden Blöcke in Walheim bis 4. Juli 2016 betriebsbereit sein mussten. Dies wurde dann um drei Jahre, bis 2019, verlängert.

„Die EnBW wollte die Blöcke zum 31. März 2021 endgültig außer Betrieb nehmen, die Bundesnetzagentur untersagte dies und stuft die Blöcke jetzt bis 31. März 2023 als systemrelevant ein. Erst danach dürfen die Blöcke endgültig vom Netz gehen“, betont Unternehmenssprecher Jörg Busse. Was mit dem Kraftwerk letztlich geplant sei, könne aktuell noch nicht gesagt werden, zumal grundsätzlich der Übertragungsnetzbetreiber – in Baden-Württemberg die TransnetBW GmbH – die Verantwortung für den Betrieb der Netzreserveanlagen innehabe, sagt Jörg Busse.

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